Karin Kalisa: Bergsalz

 

Dass man so klein wie „füreineallein“ eigentlich gar nicht denken und nicht kochen kann, ist von jeher Überzeugung der 75-jährigen Franziska. Dennoch kommt das Klingeln mittags an ihrer Haustür unerwartet und ungelegen: eine Nachbarin, dann noch eine, und auf einmal fühlt sich das Ungelegene richtig und vor allem steigerungsfähig an. Es entwickelt sich zu einem Mittagstisch für alle, die normalerweise alleine sind in diesem Dorf am Rande der Alpen. Es braucht Frauen aus drei Generationen: Franzi, Esma und Sabina. Nicht jede 'von hier', aber aus ähnlichem Holz. Es braucht Ben, der wenig sagt, aber wenn, dann in mancherlei Sprachen; es braucht Fidel Endres, einen Vorfahr, der etwas Entscheidendes hinterlassen hat - und einen halbleeren Kübel Alpensalz in einer stillgelegten Wirtshausküche, der zeigt: Dem Leben Würze geben, ist keine Frage der Zeit.

Die Autorin Karin Kalisa, uns schon bekannt durch „Sungs Laden“ und „Radio Activity“ schreibt gefühlvoll und voller Herzenswärme über Einsamkeit und Mitmenschlichkeit, über Eigensinn und Gemeinsinn.

 

Karin Kalisa: Bergsalz, Droemer Knaur, 20 €

 

 

 

 

Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde

 

Für ihren Debütroman hat sich die Amerikanerin Julia Phillips die Halbinsel Kamtschatka mit ihrer Hauptstadt Petropawlowsk im äußersten Winkel Russlands ausgesucht.  

 

An einem Sommertag im August verschwinden dort zwei Mädchen, die Schwestern Aljona und Sofija, elf und acht Jahre alt. Wie so oft während ihrer Sommerferien durchstreifen sie an diesem Tag gemeinsam die Natur. Die Mutter, alleinerziehend, muss arbeiten. Auf dem Rückweg vom Strand treffen die Mädchen einen Fremden. Er habe sich verletzt, erzählt der Mann. Die beiden Schwestern bringen ihn zu seinem Wagen, er bietet an, sie nach Hause zu fahren.  

Ausgehend vom Verschwinden der beiden Mädchen erstellt Julia Phillips ein Panorama der Gesellschaft auf der Halbinsel im äußersten Osten Russland, vor einer naturgewaltigen Kulisse. An drei Seiten von Meer umgeben, an der vierten unüberwindbar durch hunderte Kilometer Berge und Tundra vom russischen Festland getrennt. Landschaftlich geprägt von üppigen Birkenwäldern, kargen Steppen, Thermalquellen und Vulkanen  Ein Land voller ethnischer und sozialer Spannungen: Außenseitern begegnet man auf Kamtschatka mit Misstrauen, manchmal auch mit Hetze und Gewalt. Russen und Ureinwohner leben hier gemeinsam, gleich behandelt werden sie jedoch nicht.  
 

Ein ganzes Jahr verbringen wir dort, jeden Monat mit einer anderen Figur. Sie alle betrifft und beeinflusst das Verschwinden der Mädchen in irgendeiner Form. Ihre Leben sind mehr oder weniger lose miteinander verwoben, ab und zu kreuzen sich ihre Wege. Wir erleben eine archaische, männerdominierte Welt, geschildert aus der Sicht mehrerer Frauen mit ihren Sehnsüchten, ihren Ängsten, ihrem Versagen.. 

"Das Verschwinden der Erde" ist eine fesselnd geschriebene Geschichte, raffiniert komponiert. Ein lesenswertes Debüt! 

 

Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde, DTV, 22 €

 

 

Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos

 

Alles klar: "Annette, ein Heldinnenepos" von Anne Weber, Trägerin des deutschen Buchpreises 2020, muss ich ein zweites Mal lesen! Damit ich dann einen dieser hellgrünen Marker zur Hand habe und all diese überaus klugen und brillant formulierten Sätze anstreichen kann. Beim ersten Lesen ging das nicht. Viel zu tief war ich eingetaucht in den Fluss dieser Geschichte um Ideal und Realität und Sisyphus. Und um Anne Beaumanoir, genannt Annette. Wir begleiten diese todesmutige kleine Frau durch ihr extremes Leben: im Widerstand gegen die deutsche Besatzung, im Einsatz für die Nationale Befreiungsfront Algeriens, vor Gericht und im Gefängnis, als Ärztin, Mutter, Ehefrau und Geliebte. Wir kommen ihr nah - aber nie zu nah - wir erleben auch ihre Widersprüche, ihre Zerrissenheit. Diese Heldin ist ein Wesen aus Fleisch und Blut: am 30. Oktober hat Anne Beaumanoir Geburtstag gefeiert, sie wurde 97 Jahre alt.

 

Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos, Matthes & Seitz Berlin, 22 €

 

Benjamin Myers: Offene See

 

England im Jahr 1946. Der sechzehnjährige Robert empfindet eine tiefe Sehnsucht nach dem Meer. Er begibt sich auf eine Wanderung, bevor er seiner Bestimmung, wie schon sein Vater unter Tage zu arbeiten, folgen soll. Einmal möchte er das Meer sehen und erleben.
Als er bereits einige Tage unterwegs ist und die Küste schon sichtbar ist, trifft er auf Dulcie, die dort mit Ihrem Hund in einem heruntergekommenen Cottage lebt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus einem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben.
 Als Dank für Ihre Großzügigkeit bietet Robert seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet Dulcie ihm dieses. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will.
Offene See ist eine wunderbare in ruhigen und poetischen Tönen erzählte Geschichte rund um die Frage, wer man ist und wer man sein will. Ein Roman voller Naturbeschreibungen, tiefgründiger Charakterisierungen und einer Geschichte, die sehr berührt.

 

Benjamin Myers: Offene See, Dumont, 20 €

 

 

Fabio Andina: Tage mit Felice

 

 

Eines der besten Bücher gegen den Corona-Blues: sein Held ist Felice, ein 90 Jahre alter Kauz aus einem Tessiner Berdorf, ein so einfacher, klarer, freier Geist. Mit ihm steigen wir frühmorgens barfuß auf zum täglichen Bad in einer eiskalten Gumpe, sammeln Kräuter für Abenteuertees, tauschen Pilze gegen Käse, pflücken Kakis, schlagen Holz, pflegen unsere Rituale, leben glücklich alleine in dem kleinen Haus und glücklich in der Gemeinschaft der anderen Dörfler, schrullige Typen wie unser Felice. 

Da passiert nicht viel, doch alles bringt uns zurück zu dem, was wirklich wichtig ist im Leben.

 

Fabio Andina: Tage mit Felice, Rotpunktverlag Zürich, 24 €

 

 

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest

 

Als die Gleesons und die Stanhopes in dieselbe Nachbarschaft ziehen, scheinen die Weichen für ein freundschaftliches Miteinander gestellt, sind die beiden Familienväter zudem Kollegen bei der New Yorker Polizei. Lena Gleeson fühlt sich in der neuen Gegend ein wenig einsam und versucht mit Anne Stanhope Freundschaft zu schließen. Doch deren kühle, distanzierte Art verhindert jeden Kontakt. Erst ihre Kinder bringen die Gleesons und die Stanhopes wieder miteinander in Verbindung. Lenas jüngste Tochter Kate und Annes einziger Sohn Peter sind von Anfang an unzertrennlich. Aber ihre aufkeimende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als eine Tragödie beide Familien für lange Zeit auseinanderreißt.  

 

Nur eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte? Nein. Dieser Roman ist viel mehr.

Ein Familienroman, ein Pageturner im besten Sinne, der vom Existenziellen handelt - vom Vergeben und Verzeihen, beeindruckend und psychologisch tiefgründig erzählt. Mary Beth Keane nennt unter anderem Elizabeth Strout als Vorbild. Eine ausgezeichnete Wahl, die ihrem Schreiben ganz offensichtlich zu Gute kommt. 

 

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest, Eisele Verlag, 24 €

 

 

Rachel Elliot: Bären füttern verboten

 

Dieses Buch war eigentlich als Geburtstagsgeschenk für meine Mutter gedacht. Und eigentlich wollte ich nur einmal kurz hineinlesen ... Doch dann bin ich völlig abgetaucht in diese mit so viel Liebe und Tiefgang geschriebene Geschichte.  
Darum geht es:
Sydney Smith ist Freerunnerin, doch an einen Ort wollen ihre Füße sie einfach nicht mehr tragen: nach St. Ives an der Küste Südenglands. Als sie an ihrem 47. Geburtstag endlich den Aufbruch dorthin wagt, wird sie nicht nur mit dem schmerzhaftesten Moment aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit einer Reihe skurriler Menschen: Zahntechnikerin Maria backt Muffins mit heilenden Kräften, Buchhändler Dexter ist mit der Liebe durch und trägt manchmal gerne Kleider, und Belle wohnt mit Ende zwanzig noch immer bei ihren Eltern, trägt »Ich ♥ Otter«-T-Shirts, und führt das Hängebauchschwein der Nachbarn aus. Sie alle eint die Frage, wer eigentlich bestimmt, wann unser Leben einen Sinn hat, und ihre Schicksale verweben sich zu einer tröstlichen Geschichte: über Hilfe, die man nur von anderen bekommt, und darüber, wie man weitermachen kann, wenn die eigene Welt sich nicht mehr dreht.
Ein  witziges, kluges, nachdenkliches Buch und schon wegen der brillanten Sprache ein wahres Lesevergnügen!

 

Rachel Elliot: Bären füttern verboten, Mare Verlag, 22 €

 

Marta Orriols: Der Moment zwischen den Zeiten

Dies ist die Geschichte von Paula, einer Kinderärztin, spezialisiert auf die Behandlung viel zu früh geborener Säuglinge. Sie selber hatte nie Zeit für ein Kind und ihre Beziehung zu Mauro einem Journalisten kränkelt seit einiger Zeit dahin. Als sie beschließt, dass es Zeit wird diese Beziehung zu festigen, Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen, eröffnet Mauro ihr bei einem gemeinsamen Treffen, dass er sie für eine jüngere Frau verlassen wird. Und als wäre das allein noch nicht genug, verunglückt er danach mit dem Fahrrad tödlich. Wie trauert man um einen Mann, der einen gerade verlassen hat? Paula weiß gar nicht welches Gefühl in ihr stärker ist. Die Trauer und Verzweiflung oder der Zorn. Das genau ist der Moment zwischen den Zeiten, in dem sich ihr altes Leben von ihr verabschiedet hat, ein neues aber noch nicht existiert.
Der Debütroman der katalanischen Autorin Marta Orriols lebt davon, dass er in einer ganz eigenen, ruppigen und unsentimentalen Sprache, Paulas widerstreitende Gefühle schildert und somit eine Geschichte erzählt, die einem sehr nahe geht und die berührt.
Die Geschichte eines schwierigen Abschieds, der Paula - so viel sei verraten - gelingt, denn sie trägt enorme Kraftquellen und seelische Reserven in sich. Sie liebt und wird auch wieder geliebt werden.
Eine herausforderndes Leseerlebnis voller Höhen und Tiefen, ohne Schnörkel, kraftvoll und einfühlsam in der Sprache.

 

Marta Orriols: Der Moment zwischen den Zeiten, DTV, 20 €

 

 

Jasmin Schreiber: Marianengraben

 

Paula schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit, als ein Unfall plötzlich alles ändert. Ihr kleiner Bruder Tim, den sie mehr als alles in dieser Welt geliebt hat, kommt bei diesem Unfall ums Leben und auf einmal ist nichts mehr, wie es vorher war. Paula rutscht in eine tiefe Depression, ihre Trauer überschattet plötzlich alles. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Kerl, den sie eines nachts zufällig auf dem Friedhof kennenlernt, weckt in ihr neuen Lebensmut, sie nähern sich an und begeben sich auf eine gemeinsame abenteuerliche Reise in die Berge.
Jasmin Schreiber hat einen Roman geschrieben, der ein sehr trauriges Thema behandelt. Es geht um den Tod und die Gefühle der Hinterbliebenen. Und sie weiß worüber sie schreibt, ehrenamtlich hat sie sich lange Jahre als Sterbebegleiterin engagiert. Dennoch zieht dieses Buch trotz aller Traurigkeit den Leser nicht runter - das macht den Roman so besonders. Immer wieder gibt es Szenen und Momente, die wirklich komisch sind und den Leser zum Lachen bringen. Dass Witz in einem so traurigen Buch funktioniert, zeigt Jasmin Schreiber auf beeindruckende Weise hier in ihrem Debütroman.

 

Jasmin Schreiber: Marianengraben, Eichborn, 20 €
 

 

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt


Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020 und für den Bayrischen Buchpreis in der Kategorie Belletristik - ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf bedrückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander verknüpft.
Die Autorin erzählt die Geschichte einer rumänischen Großfamilie vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks. Iris Wolff verbindet ganz unterschiedliche Lebenswege, die sich aufgrund vonSchicksalsschlägen und räumlicher Distanz immer wieder zu verlieren drohen.
Hat man sich erst einmal eingelesen, kann man sich der Sogwirkung dieses Buches nicht mehr entziehen.

 

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt, Klett Cotta, 20 €

 

 

Joachim B. Schmidt: Kalmann

 

Lernen Sie Kalmann kennen, den selbsternannten Sheriff von Raufarhöfn, der den besten Gammelhai Islands macht und von dem viele glauben, dass er geistig zurückgeblieben ist.
In Kalmanns Kopf laufen die Räder manchmal einfach rückwärts.
Als er eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse. Mit seiner naiven Weisheit und dem Mut des reinen Herzens wendet er alles zum Guten. Kein Grund zur Sorge. Oder doch?
Im neuen Roman des Schweizer Autors Joachim B. Schmidt agiert ein sympathischer und ungewöhnlicher Hauptakteur vor umwerfenden Kulisse.
Das Ergebnis: ein hintergründiger, humorvoller Roman, angesiedelt zwischen Thriller, Tragikkomödie und Schelmenroman.

 

Joachim B. Schmidt: Kalmann, Diogenes, 22 €

 

 

Peter Zantingh: Nach Mattias

 

"Eine Woche nach Mattias wurde sein Fahrrad  geliefert“. So beginnt der Roman des niederländischen  Autors Peter Zantingh. Er erzählt hier was geschieht, wenn ein Mensch plötzlich und unvorhergesehen aus dem Leben gerissen wird und eine Lücke in seinem Umfeld zurücklässt. Zantingh spannt beim Erzählen einen weiten Bogen.  Zum einen gibt es das direkte Umfeld von Mattias, die unmittelbar Betroffenen, wie Freundin, Eltern und Großeltern, den besten Freund, das zu Wort kommt, aber auch Personen, dessen Leben er nur gestreift zu haben scheint bekommen hier eine Stimme. Sie alle verarbeiten den Verlust auf Ihre eigene Art und Weise und suchen ihren Weg zurück ins normale Leben. Nichts geschieht hier zufällig, alle Charaktere sind wie durch ein fein gesponnenes Netz miteinander verbunden, alles fügt sich im Verlauf dieses Buches, wie bei einem Puzzle, Stück für Stück, manchmal auf völlig unerwartete, aber sehr gekonnt erzählte Art und Weise, zusammen. Nach und nach wird klar; Mattias war ein vielschichtiger Mensch; er managte Newcomerbands, gab Nachhilfe und plante seinen Job zu kündigen, um mit seinem besten Freund ein Café zu eröffnen. Er war ein fröhlicher Mensch der Musik liebte und Menschen von seinen Ideen begeistern konnte. „Nach  Mattias“ ist keine Trauergeschichte im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein unglaublich mutig und lebendig erzähltes Buch. Am Ende, konnte ich nur schwer dem Impuls widerstehen es sofort wieder von vorne zu beginnen; jetzt mit einer klaren Vorstellung des Menschen, der Mattias für seine Familie und Freunde gewesen ist. Was bleibt ist das Gefühl ein wunderbares und sehr berührendes Buch gelesen zu haben sowie eine Playlist von Songs am Ende des Buches. Sie alle spielen im Verlauf der Geschichte eine große Rolle und geben dem Leser die Möglichkeit den Roman nachwirken lassen zu können.

 

Peter Zantingh: Nach Mattias, Diogenes 22 €

 

 

Marco Bolzano: Ich bleibe hier

 

Wir befinden uns in einem idyllischen Bergdorf im Südtirol der 30er und 40er Jahre. Die Faschisten unter Mussolini haben die Macht übernommen und stellen die Menschen vor die Wahl: entweder nach Deutschland auszuwandern, oder als Bürger 2. Klasse in Italien zu bleiben. Trina, eine junge Lehrerin, entscheidet sich in ihrem Dorf zu bleiben, obwohl sie hier nicht unterrichten darf. So unterrichtet sie heimlich unter großen Gefahren, aber mit viel heimlicher Unterstützung. Und sie bleibt auch nach dem Krieg, als das Dorf einem Stausee weichen soll ...!
Marco Bolzano erzählt in "Ich bleibe hier" mit einfühlsamer Sprache die Geschichte dieser jungen kämpferischen Frau. Gleichzeitig erinnert er uns aber auch an die zu oft vergessene Geschichte Südtirols.

 

Marco Bolzano: Ich bleibe hier, Diogenes, 22,- €

 

 

Monika Helfer: Die Bagage

 

Maria Moosbrugger ist eine wunderschöne junge Frau im Voralberger Land. Sie ist verheiratet mit Josef, einem jungen, aber schwierigen Mann. Sie leben mit ihren zwei Kindern weit weg vom Dorf  in ärmlichen, ländlichen Verhältnissen.
Als Josef 1914 in den Krieg ziehen muss, ist Maria gezwungen, allein für ihre Kinder zu sorgen. So kommt es, dass verschiedene junge Männer sich um die schöne Maria bemühen. Als Maria nun auch noch schwanger wird, geht im Dorf der Klatsch los. Ist der Vater einer der Verehrer? Josef wird mit diesem “Kuckuckskind” bis zu seinem Tod nicht reden.
Maria ist die Großmutter , Grete die Mutter der Autorin. Mit ihrem Roman ist ihr etwas ganz Außergewöhnliches gelungen. Sie hat Erinnerungen aus der Familie zusammen getragen und tastet sich behutsam und mit großer Zärtlichkeit jeder der einzelnen Personen an. Eine wunderbare, sensible Geschichte, unbedingt lesen!

 

Monika Helfer: Die Bagage, Hanser, 19 €

 

 

Willi Achten: Die wir liebten

 

Ohne Coronakrise hätten wir ihn sehr gerne zu einer Lesung empfangen, Willi Achten aus Vaals mit „Die wir liebten“. Um dann in unserem LeseZeichen miterleben zu dürfen, wie manche von Ihnen sich präzise erinnern und andere sich sehr lebendig einfinden in die Zeit des Romans, die 70er Jahre in der westdeutschen Provinz, diese Atmosphäre zwischen Bob Dylan und Heino, Revolte und Resignation. Sicher hätten sich inspirierende Gespräche ergeben.
Mit Coronakrise bleibt der starke Trost der Lektüre eines großartigen Romans, der Geschichte von den Brüdern Edgar und Roman und dem Erwachsenwerden in sehr schwierigen Zeiten.
Und wer weiß: Vielleicht werden wir nach der Coronakrise unsere Einladung nachholen...

 

Willi Achten: Die wir liebten, Piper, 22 €

 

 

Daniel Mellem: Die Erfindung des Countdowns

 

Haben Sie schon einmal von Hermann Oberth gehört?
Er gilt als Pionier der Raketenforschung. Über ihn und seine Erfindung handelt dieser Roman von Daniel Mellem, kürzlich bei DTV erschienen.
Nach dem 1. Weltkrieg zieht Hermann Oberth von Siebenbürgen nach Göttingen um dort Physik zu studieren. Schon bald träumt er davon seinen Traum der ersten Rakete, die zum Mond fliegt, zu verwirklichen. Kurz vor dem Durchbruch seiner Forschungen, erfährt er von seinen Professoren jedoch nichts als Ablehnung.
Doch es gibt jemanden, der an seine Forschung glaubt, diese jedoch nicht für den Bau der Mondrakete, sondern für die Entwicklung der V2, die Vergeltungswaffe der Nazis, benutzen will.
Daniel Mellem hat hier einen mitreißenden und spannenden Roman geschrieben, der sich intensiv mit der Frage nach der eigenen Verantwortung in der Geschichte beschäftigt.

 

Daniel Mellem: Die Erfindung des Countdowns, DTV, 23 €

 

 

Sasha Filipenko: Rote Kreuze

 

“Wenn Sie wissen wollen, was das moderne, junge Russland denkt, lesen Sie Filipenko!” - empfiehlt die Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch.
Das Buch beginnt damit, dass ein junger Mann in eine neue Wohnung zieht. Er ärgert sich aber über ein rotes Kreuz, das auf seine Tür gemalt wurde und lernt im Hausflur seine Nachbarin kennen - eine 90 jährige Dame, die ihm erklärt, bei ihr sei Alzheimer diagnostiziert worden und sie versuche sich durch die Markierungen zu orientieren. Die alte Dame erzählt ihrem Nachbarn nach und nach ihre Geschichte, die das ganze russische 20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken umspannt. Wir erfahren von ihrer Arbeit bei einer Behörde, wo sie täglich Post vom “Roten Kreuz” aus der Schweiz bekam, diese aber nicht öffnen durfte, von ihrem Mann, der Kriegsgefangener in Rumänien wurde und viele andere schreckliche Ereignisse in dieser Zeit. Sie selbst wird erst nach dem Krieg verhaftet, kommt in ein Lager, ihre Tochter wird ihr entrissen…
Ihre Berichte bringen die beiden Generationen zusammen, und sie schließen eine unerwartete Freundschaft.
Dieses Buch ist eine Lektüre, die man, hat man sie einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen kann!

 

Sasha Filipenko: Rote Kreuze, Diogenes, 22 €

 

 

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt

 

Das Buch der Stunde, das uns Hoffnung macht! Ein kleines Dorf. Eine Epidemie und eine globale Krise. Und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.
Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.
John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Zusammenhänge unserer globalisierten Welt? Und wie können wir gut handeln, wenn alles auf dem Spiel steht?

 

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt, Fischer TB, 12 €

 

 

Anne Cathrine Bomann: Agathe

 

Normalerweise verhilft der Therapeut seinen Patienten zur Selbsterkenntnis und bestenfalls zu neuer Lebensfreude und Selbstvertrauen .... normalerweise.
Der hier vorliegende Debütroman der dänischen Autorin Anne Cathrine Bomann, selbst Psychologin, erzählt die Geschichte eines alternden Psychologen, der Tage und Patienten bis zu seiner Rente zählt, bis ihn die Gespräche mit der plötzlich bei ihm auftauchenden , suizidgefährdeten Agathe aus seiner Lethargie reißen.
Auf nur 155 Seiten eintspannt sich hier ein faszinierendes Debüt.

 

Anne Cathrine Bomann: Agathe, btb, 9 €

 

 

Marlen Haushofer: Die Wand

 

Wer für die zuweilen dystopische Stimmung im Außen ein literarisches Pendant sucht, dem sei unbedingt Marlen Haushofers „Die Wand“ empfohlen, diese ganz einfach erzählte Geschichte einer Frau, die eines Morgens nach einem Ausflug in den Bergen aufwacht und eingeschlossen ist, ringsum eine unsichtbare, unüberwindbare Wand, dahinter Totenstarre. Was ihr bleibt: ein eng begrenzter Lebensraum in wilder Natur, ein Hund, eine Katze, eine Kuh, eine Hütte. Hier richtet sich unsere Heldin, eine Städterin, ein - mit beispielgebendem Pragmatismus.
Die Österreicherin Marlen Haushofer (1920-1970) hat ihr doch umfangreiches erzählerisches Werk „nebenbei“ verfasst, neben ihren Aufgaben als Zahnarztgattin, Hausfrau und Mutter. Entdeckt wurde sie erst posthum, in den 1980er Jahren.
Wofür steht – als Metapher - die Wand? Diese Frage hat damals in Frauenkreisen Diskussionsabende gefüllt – ergebnislos.

 

Marlen Haushofer: Die Wand, List 10 €

 

 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

 

Mariana Leky kann zaubern. Über die Lektüre ihres Romans „Was man von hier aus sehen kann“ wirken ihre Kräfte vollkommen unabhängig von Geschlecht, Alter oder literarischer Bildung im tiefsten Inneren eines Menschen. Ein breites Lächeln, gerundete Augen, die Körpersprache seliger Versunkenheit sind nur äußere Symptome, drei von vielen.
Haben wir je zuvor ein solches Buch in deutscher Sprache lesen dürfen? Eines, das alle verzückt, auch die schärfsten Kritiker des Feuilletons? Das in einem Dorf in tiefer Provinz die ganze Welt abbildet und hier die großen Themen ausbreitet, das Leben, das Sterben und vor allem die Liebe, die nahe und die ferne, die unerreichbare und die sich erfüllende? Das immer wieder ein Okapi als Todesboten in die Träume von Großmutter Selma entsendet und den magischen Realismus im Westerwald neu beheimatet? Das vom Wunder des Menschseins erzählt, indem es über ein Vierteljahrhundert seine Dörfler begleitet, ein jeder ausgeprägt individuell bis extrem skurril, aber vorbehaltlos liebenswert? Das weiß, dass alles eins ist und „die unbedingte Anwesenheitspflicht im eigenen Leben“ einfordert?
Das, nachdem die letzte Seite gelesen ist, mit seinem Charme, seiner Fantasie, seinem Witz und seiner Originalität unwiderstehlich dazu verführt, sofort nochmals von vorne zu beginnen?

 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann, DuMont Verlag, 12 €

 

 

Minna Rytisalo: Lempi, das heißt Liebe

 

In ihrem beeindruckenden Debütroman "Lempi, das heißt Liebe", gelingt es der in Lappland geborenen Autorin Minna Rytisalo auf nur 220 Seiten eine äußerst packende Geschichte zu erzählen. Eine Liebesgeschichte, die in der Endzeit des 2. Weltkrieges in Finnland spielt.

Aus drei Perspektiven, völlig unterschiedlich wird von Lempi, der rätselhaften Hauptfigur erzählt. Ihr zurückgelassener Ehemann  verklärt sie, die eifersüchtige Dienstmagd verteufelt sie und ihre Zwillingsschwester webt weitere rätselhafte Geschichten um ihre nur wenige Minuten ältere Schwester. Nach und nach zeichnet sich ein deutlicheres Bild von Lempi. Die Wahrheit wird verständlich, wenn alle drei Geschichten, wie Schablonen übereinander gelegt werden.

 

Minna Rytisalo: Lempi, das heißt Liebe, DTV, 10,90 €

 

 

Luca Ventura: Mitten im August

 

Auftakt einer neuen Krimireihe, die auf Capri spielt. Bisher hat es der Inselpolizist Enrico Rizzi nur mit kleinen Delikten zu tun und somit noch genügend Freizeit, um seinem Vater beim Obst und Gemüseanbau zu helfen. Dann aber wird im August ein Boot mit einem leblosen Körper darauf  an den Strand getrieben. Bei dem Toten handelt es sich um einen Studenten der Ozeanologie, Sohn einer reichen Industriellenfamilie aus Turin. Jetzt ist Rizzi gefordert: sein erster Mordfall, der scheinbar auch einen umweltpolitischen Hintergrund hat. Gleichzeitig muss er sich auch noch mit seiner neuen Kollegin arrangieren, die auf die Insel strafversetzt wurde. Fazit: Sympathische Hauptakteure, Spannung vor umwerfender Kulisse und auch für schwach besaitete Krimileser als Lesefutter bestens geeignet.

 

Luca Ventura: Mitten im August, Diogenes, 16 €

 

 

Francesca Melandri: Alle, außer mir

 

Endlich als Taschenbuch verfügbar, dieser Roman, der uns allen den Atem verschlagen hat. Der berichtet von der 40jährigen Lehrerin Ilaria, die glaubte, ihren Vater und ihre Familie zu kennen - bis eines Tages ein junger Afrikaner auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung in Rom sitzt und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. In seinem Ausweis steht: Attilio Profeti, das ist der Name ihres Vaters ... Der aber ist zu alt, um noch Auskunft zu geben.
Hier beginnt Ilarias Entdeckungsreise, von hier aus entfaltet Francesca Melandri eine schier unglaubliche Familiengeschichte über drei Generationen und ein schonungsloses Porträt der italienischen Gesellschaft. Und sie holt die bisher verdrängte italienische Kolonialgeschichte des 20. Jahrhunderts in die Literatur: die Verbindungen Italiens nach Äthiopien und Eritrea bis hin zu den gegenwärtigen politischen Konflikten verknüpft Melandri mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten - und stellt die Schlüsselfragen unserer Zeit: Was bedeutet es, zufällig im "richtigen" Land geboren zu sein, und wie entstehen Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit?

 

Francesca Melandri: Alle, außer mir, btb, 12 €

 

 

Charlotte Inden: Bei mir zu Hause wohnt ein Tiger

 

In diesem Buch sind 42 kleine Alltagsgeschichten versammelt, die alle vom 3-jährigen Oskar handeln, der mit seinem Plüschtiger Theo, seiner Schwester Klara und seinen Eltern in einem Jahr eine ganze Menge erlebt. Mit Oskar gibt es jeden Tag viele neue Dinge zu entdecken und zu lernen: Dinge zum Lachen und Staunen, zum Diskutieren und zum Ausprobieren, manchmal auch zum Zweifeln oder Traurigsein. Die Geschichten sind stimmig von kleinen Zeichnungen begleitet. Sie eignen sich besonders für das abendliche Vorleseritual, denn die Kinder können Oskars Alltagsabenteuer zum Anlass nehmen vom eigenen Tag zu erzählen. Und wer Oskar lieb gewonnen hat, freut sich darüber, dass jetzt der zweite Band erscheinen ist mit 38 neunen Geschichten von unserem kleinen Helden.

 

Charlotte Inden, Bei mir zu Hause wohnt ein Tiger, Hanser, 13 €, ab 3 Jahren

 

 

Satomi Ichikawa: Kleines Pferdchen Mahabat

 

Djamilia kommt in den Sommerferien aus der Stadt in die Berge Kirgistans zu ihren Großeltern, die dort Pferde züchten und in einer Jurte wohnen. Eines Abends wir Scharzfell vermisst, ein junges Fohlen. Leicht verletzt kehrt es zurück, und das kleine Mädchen übernimmt mit dem Großvater zusammen die Pflege. Djamilia gewinnt das Vertrauen des jungen Tieres und gibt ihm schließlich einen neuen Namen: Mahabat - das heißt Liebe auf Kirgisisch. Die Autorin Satomi Ichikawa kam in den 70er Jahren aus Japan nach Paris. Sie begann, ohne jemals Unterricht bekommen zu haben, zu zeichnen und Kinderbücher zu illustrieren. Die in diesem Buch beschriebene Familie hat sie auf einer Reise kennengelernt. Ihr ist es ein Anliegen, mit ihren Büchern die Neugier auf andere Lebenswelten zu wecken. Das ist ihr hier mehr als gelungen!

Sabine Wengler vom Buchmarkt schreibt: "Satomi Ichikawa zeigt einen ganz eigenen Kosmos, in dem es kein WLAN braucht, um glücklich zu sein." Diesen Worten können wir uns nur anschließen.

 

Satomi Ichikawa: Kleines Pferdchen Mahabat, Moritz Verlag, ab 4 Jahren, 14 €

 

 

 

Astrid Lindgren: Alle gehen jetzt schlafen

 

Wenn der Himmel sich rosa färbt und die Dämmerung sich langsam über die Baumspitzen senkt, ist es Zeit, schlafen zu gehen. Astrid Lindgren nimmt uns mit auf einen Abendspaziergang, wir kommen vorbei an der Kuhweide, begegnen den Pferden und Schweinen und all den anderen Tieren auf den Wiesen und in den Wäldern. Sie alle kommen zur Ruh und schlafen ein.

Dieses Bilderbuch ist wunderbar atmosphärisch illustriert, und die poetischen Zeilen lassen nicht nur die kleinen Zuhörer, sondern auch die großen Vorleser zur Ruhe kommen. Zum Mitsingen findet man am Ende den kompetten Text mit Noten.

 

Astrid Lindgren: Alle gehen schlafen, Oetinger, 15 €, ab 4 Jahren

 

 

Sabine Lohf: Komm lass uns spielen

 

Sabine Lohf zeigt uns in diesem Buch, wieviel Spaß man nicht nur beim Spielen, sondern auch beim Basteln haben kann. Mit einfachen Materialien, die jeder zuhause findet, lassen sich allerhand tolle Spiele basteln.

"Dieses liebevoll gestaltete Sachbuch punktet mit einer Menge origineller Anregungen, kurzen Anleitungen, vielen tollen Illustrationen und Fantasie pur", so urteilt die Stiftung Lesen über diese Neuerscheinung. Und dem schließen wir uns sehr gerne an.

 

Sabine Lohf: Komm lass uns spielen, Gerstenberg Verlag, 13 €

 

 

Torben Kuhlmann: Einstein

 

Jetzt hat die kleine Maus doch tatsächlich das große Käsefest in Bern verpasst!

Genau einen Tag ist sie zu spät gekommen. Wie konnte das passieren?

Die Maus beginnt sich mit dem Thema Zeit zu beschäftigen. Lässt sich die Zeit anhalten oder sogar zurückdrehen? Mit viel Erfindungsgeist und der Hilfe von

Albert Einsteins Theorien baut sie sich eine Zeitmaschine und begibt sich auf eine spannende Reise.

Der Autor Torben Kuhlmann spielt mit allen Elementen einer fantastischen und doch auch wissenschaftlich angelegten Geschichte. Sein Mix aus wissenschaftlicher Geschichte und absolut an den Haaren herbeigezogener Mäuse-Legende ist faszinierend und brillant zugleich. Nach "Lindbergh", "Armstrong", "Edison" und der "Maulwurfstadt" widmet sich

der Autor jetzt einem Nobelpreisträger - lehrreich und interessant für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

 

Torben Kuhlmann, Einstein, Nord Süd Verlag, 22 €, ab 5 Jahren

 

 

Ursula Poznanski: Buchstabendschungel

 

Ursula Pznanski kennt man als Autorin von Thrillern für Jugendliche und Erwachsenen, wie z. B. "Erebos". Sie kann aber auch anders: "Buchstabendschungel" ist eine bezaubernde Buchstaben-Geschichte zum Vor- und ersten Selberlesen, Mitraten und Weiterdichten.

Nach einem Sturm im Dschungel sammelt der kleine Affe viele lustig geformte bunte Dinge ein. "Das sind Buchstaben", weiß der schlaue Papagei zu berichten. "Die hat bestimmt jemand verloren." Und tatsächlich begegnen Affe und Papgei bald sehr seltsamen Tieren, denen etwas zu fehlen scheint: ein Iger, eine Lange, eine Ledermaus, ein Al ....

Ideal für Kinder, die anfangen sich für Buchstaben zu interessieren und vielleicht auch schon ihren Namen schreiben können.

 

Ursula Pznanski, Buchstabendschungel, ab 5 Jahren, Loewe, 9,95 €

auch als Hörbuch bei Audiolino erschienen, 9,90 €

 

 

Astrid Lindgren : Ferien auf Saltkrokan - Ein Kaninchen für Pelle

 

Soeben ist die Geschichte von Pelle, der auch ein Haustier haben möchte, wie sein Freund Tjorven, als Bilderbuch erschienen. Das Abenteuer beginnt, als die beiden Kinder mit dem Milchgeld zur Nachbarinsel rudern, um dort für Pelle ein Kaninchen zu kaufen. Unbekümmert und abenteuerlustig - ein Vorlesespaß für kleine und große Leute ..... und für letztere auch ein Stück Kindheitserinnerung an einen Klassiker von der wunderbaren Astrid Lindgren.

 

Astrid Lindgren: Ferien auf Saltkrokan, Oetinger Verlag, 15 €

 

 

 

Stéphanie Lapointe: Fanny Cloutier

 

Die 14-jährige Fanny traut ihren Ohren nicht, als ihr Vater ihr aus heiterem Himmel eröffnet, dass er aufgrund seiner Quallenforschung nach Japan reisen will. Bisher hatten Vater und Tochter ihr Leben als geruhsame Zweier-WG in Montreal verbracht. Nun steht Fannys Leben plötzlich Kopf. Sie soll bei ihrer Tante Loretta wohnen, einer Schwester ihrer früh verstorbenen Mutter. Fanny versteht die Welt nicht mehr, denn von dieser Verwandtschaft hat sie noch nie etwas gehört.

Der Autorin ist eine bezaubernde, witzige und spannende Geschichte über eine sehr eigenwillige, junge Heldin gelungen. Die Schwierigkeiten des Teenie-Alters werden verstrickt mit einem alten Familiengeheimnis, alles farbenfroh präsentiert, im Tagebuch-Stil, mit vielen vor Fantasie nur so sprühenden Zeichnungen und witzigen Ideen.

 

Stéphanie Lapointe: Fanny Cloutier, Loewe Verlag, ab 12 Jahren, 16,95 €

 

 

 

 

Anne Freytag: Das Gegenteil von Hasen

 

Sie sind in derselben Jahrgangsstufe und trotzdem in verschiedenen Welten. Julia, Marlene und Leonard im Zentrum der Aufmerksamkeit, der Rest irgendwo in ihrer Umlaufbahn. Dann geschieht etwas, das alles verändert: Eines Morgens macht plötzlich eine Internetseite die Runde, die bis dato auf privat gestellt war. Darauf zu finden sind Julias ungefilterte Gedanken, Bomben in Wortform, die sich in kürzester Zeit viral verbreiten. Es sind Einträge, die ein ganz anderes Bild des beliebten Mädchens zeigen, das alle zu kennen glauben.

Wer hinter der Aktion steckt, ist zunächst unklar, doch nach und nach kommt heraus: Gründe dafür hätten einige.

Eine temporeich mit trickreicher Spannung erzählte Coming of Age Geschichte!

 

Anne Freytag, Das Gegenteil von Hasen, 14 - 99 Jahre, Heyne, 17 €

 

 

Christopher Paolini: Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne

 

Bildgewaltig wie ein Kino-Blockbuster! Das neue phantastische Epos von Christopher Paolini, dem Welt-Bestseller-Autor von "Eragon". Neue Welten zu untersuchen ist alles, wovon die junge Forscherin Kira Navarez jemals geträumt hat. Doch ein harmloser Auftrag auf einem fernen Planeten lässt Kiras Traum zum größten Albtraum der Menschheit werden. Bei der abschließenden Untersuchung des Planeten, der in Kürze kolonialisiert werden soll, stürzt Kira in eine Felsspalte und entdeckt etwas, das kein menschliches Auge zuvor erblickt hat. Es wird sie vollständig und für immer verwandeln. Kira ist allein. Wir sind es nicht. Und wir müssen einen Weg finden, um zu überleben. Mit "Die Ewigkeit der Sterne" entführt uns Bestseller-Autor Christopher Paolini in neue unbekannte Welten, und zu dem, was in der Weite des Weltalls zwischen den Sternen auf uns wartet.

Christopher Paolinis phantastisches Epos ist ein Science Fiction Buch für Erwachsene, das alles mitbringt, was man von diesem Genre erwartet ..... vielleicht sogar ein bisschen mehr!

 

Christopher Paolini: Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne, Droemer Knaur, 24 €

 

 

Magdalena Muttenthaler: The easy green way

 

Beim Einkaufen Plastik vermeiden? Regionale Produkte nutzen und gesund ernähren?

Wer von uns möchte nicht, einen ganzheitlichen und nachhaltigen Lebensstil verfolgen?

Doch im Alltag scheitern wir häufig, weil die Zeit fehlt und es sich nicht so einfach umsetzen lässt.

So erging es auch Magdalena Muttenthaler bis vor einigen Jahren. Die angehende Juristin traf Entscheidungen im Alltag aus Zweckmäßigkeit und begann dann, ihr Leben schrittweise umzustellen. Im hier erscheinen Buch hat sie die genialsten Tipps aus den Bereichen Haushalt, Lebensmittel, Rezepte, Beauty-Helfer und Einkaufen zusammengestellt.

 

Magdalena Muttenthaler: The easy green way, Gräfe und Unzer, 22 €

 

 

Kathrin Heckmann: Fräulein Draußen

 

Kathrin Heckmann ist "Fräulein Draußen", Deutschlands bekannteste wandernde Bloggerin.

Eines Tages gab sie ihren Job als Marketing-Managerin auf und beschloss, das Wandern und Reisen zu ihrem Beruf zu machen. Unterwegs sein, frei sein, glücklich sein ist das, was ihr wirklich wichtig ist.

Und das findet sie auf einer 1000 km langen Wanderung in Australien genauso, wie auf einem Kurztripp nach Brandenburg. Reisen bedeutet für sie immer, Natur zu erleben - und das fängt schon vor der Haustür an.

 

Kathrin Heckmann: Fräulein Draußen, Ullstein, 14,99 €

 

 

Christophe de Hody: Der Wildkräutersammler

 

Es grünt und sprießt gerade überall und die Natur lockt uns ins Freie!

In diesem Buch von Christophe de Hody werden 35 essbare und medizinisch nutzbare Pflanzen versammelt und mit ihren heilenden Eigenschaften, geschmacklichen Empfehlungen und Rezepten vorgestellt. Die eleganten Illustrationen von Juie Terrazzoni stellen die Schönheit der einzelnen Pflanzen heraus und machen dieses Buch zu einem ästhetischen Herbarium.

Der ideale Begleiter für die nächste Wildkräuterwanderung.

 

Christophe de Hody: Der Wildkräutersammler, Knesebeck, 22 €

 

 

 

Lucy Astner: Gott hat auch mal einen schlechten Tag

 

Die 8-jährige Lupi, mit ihrer Mutter schon oft umgezogen und in der Schule eine Außenseiterin, und Jacob, Ende 30, der bei einem Helikopterabsturz seine Familie verloren und selbst überlebt hat, treffen durch Zufall aufeinander. Lupi möchte Jacob davon überzeugen, dass sein Leben trotz seinem Schicksalsschlag lebenswert ist und er gebraucht wird. Schließlich hofft sie, dass durch ihre hartnäckigen Bemühungen auch ihr eigenes Leben wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen wird.

Ein äußerst lebendiger Roman mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer positven Botschaft.

 

Lucy Astner: Gott hat auch mal einen schlechten Tag, Goldmann, 10,- €

 

 

 

 

Mathieu Ricard „Glück“, das vielleicht wichtigste Buch in unserem LeseZeichen

 

Ricard, Franzose, Sohn eines Philosophen und einer Malerin, Neffe des ersten Einarmumseglers der Welt, aufgewachsen im Dunstkreis von Intellektualität, Künstler- und Abenteurertum, studierter und promovierte Biologe, Mitarbeiter des institut pasteur. Das sind nur die Kerndaten einer vergleichsweise kurzen Phase seiner Biografie. Sein Leben begann nach eigener Aussage erst danach: mit der Entdeckung des tibetischen Buddhismus. Zu dessen Kernaussage bahnt er uns in „Glück“ in klaren, einfachen Worten einen Weg: An welchem Ort der Welt Sie auch immer ihr Glück suchen: Sie suchen vergebens. Das Glück, es liegt ganz nah – in uns – und nur da.

 

Impressum Impressum