Dörte Hansen: Zur See

 

Der lang erwartete dritte Roman von Bestsellerautorin Dörte Hansen.

Woher kommt unsere Liebe zum Meer und die ewige Sehnsucht nach einer Insel?

Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt in einem der zwei Dörfer seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres verändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht.

Klug und mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Wandel einer Inselwelt, von alten Gesetzen, die ihre Gültigkeit verlieren, und von Aufbruch und Befreiung.

 

Dörte Hansen: Zur See, Penguin Verlag, 24 €

 

 

 

Maria Barbal: De Zeit, die vor uns liegt


Elena und Armand begegnen sich bei einem Yogakurs in Barcelona. Sie kennen sich kaum und sind doch bald einander größter Halt. Zusammen verschwindet auf einmal die Distanz, die sie zwischen sich und der Welt empfinden. Zusammen fühlen sie sich schwerelos. Und trotzdem dauert es nicht lang, bis die lauten und leisen Katastrophen der vergangenen Jahrzehnte in ihre Beziehung einbrechen. Die Zweifel und Widerstände. Da ist der Ehemann, über den Elena schweigt. Der Sohn, von dem sich Armand entfremdet hat. Werden Elena und Armand sich die Freiheit nehmen, das Glück in seiner ganzen Fülle auszukosten?

Maria Barbal ist eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Stimmen der katalanischen Literaturszene. Geboren 1949 in den Pyrenäen, lebt und schreibt die mehrfach preisgekrönte Autorin heute in Barcelona. Ihr Debüt »Wie ein Stein im Geröll«, in 16 Sprachen übersetzt, gilt als moderner Klassiker.

 

Auch ihr jüngster Roman »Die Zeit, die vor uns liegt« begeistert Leser:innen und Presse und auch von uns gibt es eine eindeutige Leseempfehlung.

 

Maria Barbal: Die Zeit, die vor uns liegt, Diana Verlag, 22 €

 

 

 

Martin Kordic: Jahre mit Martha

 

Zeljko, der von allen »Jimmy« genannt wird, ist fünfzehn, als er sich in Martha verliebt. Sie ist Professorin in Heidelberg, er lebt mit seinen Eltern und Geschwistern zu fünft in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Martha hat, was Zeljko sich sehnlichst wünscht: Bücher, Bildung und Souveränität. Mit Martha besucht er zum ersten Mal ein Theater, sie spricht mit ihm, wie sonst niemand mit ihm spricht. Mit Marthas Liebe wächst Zeljkos Welt. Doch welche Welt ist es, die er da betritt und wen lässt er dafür zurück? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Begehren und Ausbeutung?

Ein zärtlicher und mitreißender Roman über Machtverhältnisse und über die Frage nach dem Gleichgewicht der Welt.

 

Martin Kordic: Jahre mit Martha, S. Fischer Verlag, 24 €

 

 

 

 

Isabel Allende: Violeta

 

An einem stürmischen Tag des Jahres 1920 kommt sie zur Welt, jüngste Schwester von fünf übermütigen Brüdern, Violeta del Valle. Die Auswirkungen des Krieges sind noch immer spürbar, da verwüstet die Spanische Grippe bereits ihre südamerikanische Heimat. Zum Glück hat der Vater vorgesorgt, die Familie kommt durch, doch schon droht das nächste Unheil, die Weltwirtschaftskrise wird das vornehme Stadtleben, in dem Violeta aufwächst, für immer beenden, die del Valles ziehen sich ins wild-schöne Hinterland zurück. Dort wird Violeta volljährig, und schon steht der erste Verehrer vor der Tür ...
Violeta erzählt uns selbst ihr Leben, am Ende ihrer Tage schreibt sie ihrem geliebten Enkel einen langen Brief - sie schreibt von ihren halsbrecherischen Affären, den Jahren der Armut, von schrecklichen Verlusten und tiefempfundener Freude, von historischen Vorkommnissen, die ihr Leben geprägt haben: von dem Kampf für die Rechte der Frauen, dem Aufstieg und Fall von Tyrannen und von zwei schrecklichen Pandemien.

Violeta ist die inspirierende Geschichte einer eigensinnigen, leidenschaftlichen, humorvollen Frau, deren Leben ein ganzes Jahrhundert umspannt. Einer Frau, die Aufruhr und Umwälzungen ihrer Zeit nicht nur bezeugt, sondern am eigenen Leib erfährt und erleidet. Und die sich gegen alle Rückschläge ihre Hingabe bewahrt, ihre innige Liebe zu den Menschen und zur Welt.

 

Isabel Allende: Violeta, Suhrkamp, 26 €

 

 

 

Mariana Leky: Kummer aller Art

 

»Alle wirken innerlich blitzblank, nur in unserem Inneren sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa«, denkt sich Kioskbesitzer Armin, als er vergeblich versucht, erfolgreich zu meditieren. Und auch im Inneren der anderen Figuren dieser literarischen Kolumnen herrscht Unordnung: Frau Wiese kann nicht mehr schlafen, Herr Pohl ist nachhaltig verzagt, Lisa hat ihren ersten Liebeskummer, Vadims Hände zittern, Frau Schwerter muss ganz dringend entspannen, ein trauriger Patient hat seine Herde verloren, und Psychoanalytiker Ulrich legt sich mit der Vergänglichkeit an. 

 

Kummer aller Art plagt die Menschen, die sich, mal besser, mal schlechter, durch den Alltag manövrieren. Aber der Kummer vereint sie auch, etwa, wenn auf Spaziergängen Probleme zwar nicht gelöst werden, aber zumindest mal an die Luft und ans Licht kommen. Klug, humorvoll und mit großem Sinn für Feinheiten und Absurditäten porträtiert Mariana Leky Lebenslagen von Menschen, denen es nicht an Zutraulichkeit mangelt, wohl aber am Mut zur Erkenntnis, dass man dem Leben nicht dauerhaft ausweichen kann. 

Die in 'Kummer aller Art' versammelten Texte erschienen erstmals als Kolumnen in Psychologie Heute.

Unser Fazit: Absolut lesenswert!

 

Mariana Leky: Kummer aller Art, Dumont, 22 €

 

 

Alex Capus: Susanna

 

"Ein beeindruckender Roman. ... Alex Capus sitzt mit uns am Lagerfeuer, um zu erzählen, wie einfach es sein kann, zu tun, was man für richtig hält." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 26.07.22

 

Alte Gewissheiten gelten nicht mehr, neue sind noch nicht zu haben. In New York wird die Brooklyn Bridge eröffnet, Edisons Glühbirnen erleuchten die Stadt. Mittendrin Susanna, eine Malerin aus Basel, die mit ihrer Mutter nach Amerika ausgewandert ist. Während Maschinen die Welt erobern, kämpfen im Westen die Ureinwohner ums Überleben. Falsche Propheten versprechen das Paradies, die Kavallerie steht mit entsicherten Gewehren bereit. Mit ihrem Sohn reist Susanna ins Dakota-Territorium. Sie will zu Sitting Bull, um ihn zu warnen. Ein Portrait, das sie von ihm malt, hängt heute im State Museum North Dakotas. Das ergreifende Abenteuer einer eigenwilligen und wagemutigen Frau, voller Schönheit und Mitgefühl erzählt.

 

Der neue Roman von Bestsellerautor Alex Capus - die faszinierende Geschichte einer Emanzipation, spannend und emotional erzählt.

 

Alex Capus: Susanna, Hanser, 25 €

 

 

Katharina Adler: Iglhaut

Sie hat eine Vorliebe für Whiskey-Cocktails und alte Sozialdemokratinnen, hat schlechte Backenzähne, Geldprobleme und ein Talent für den Umgang mit Holz: Iglhaut, die im Hinterhof eines Münchner Mietshauses ihre Werkstatt unterhält. Die freiheitsliebende Iglhaut, die sich immer wieder - ohne eigenes Zutun und definitiv gegen ihren Willen - in nachbarschaftliche Angelegenheiten verstrickt.

Katharina Adlers Iglhaut ist eine Heldin, deren Charme nicht zu erliegen, schier unmöglich ist.  Aus dem Holz für verlässliche Beziehungen ist sie aber nicht gemacht, weder in der Liebe noch im Geschäft. Auch ihre Laune: so wandelbar wie das Wetter. Dabei will sie eigentlich nur ihre Ruhe, Ruhe für sich, die Hündin und ihre Arbeit. Doch dann steht da plötzlich eine alte, komplizierte Liebe, drängen immer mehr Anwohner und ihre Geschichten - cholerisch, komisch, ungebeten - in diesen zutiefst menschlichen Roman. Einen Roman, der das Leben feiert, ohne die Augen zu verschließen vor dem, was ist.

 

Katharina Adler: Iglhaut, Rowohlt, 23 €

 

 

Maria Barbal: Wie ein Stein im Geröll

 

Anfang des 20. Jahrhunderts: Conxa verlässt mit dreizehn Jahren ihre Familie, um auf dem Hof ihrer kinderlosen Tante zu arbeiten. Das Leben in dem katalanischen Bergdorf ist entbehrungsreich, geprägt von den Rhythmen der Natur und festen Traditionen. Als sie ihre große Liebe Jaume heiratet und drei Kinder bekommt, erfährt Conxa ein bescheidenes Glück. Doch trotz der Abgeschiedenheit der Pyrenäen hält der Spanische Bürgerkrieg Einzug in ihre Welt und reißt Conxa mit sich wie einen Stein im Geröll.

 

»Mit diesem Roman wollte ich einem der vielen namenlosen Menschen eine Stimme geben, die von der Geschichte mitgerissen wurden.« Maria Barbal

 

Maria Barbal: Wie ein Stein im Geröll, Diana, 12 €

 

 

Gisela Steinhauer: Der schräge Vogel fängt mehr als den Wurm

Wenn das Leben neue Wege geht ... Von Menschen mit Mut zum Neuanfang

 

Die Journalistin und Autorin Gisela Steinhauer hat in den letzten 30 Jahren Tausende von Menschen interviewt, und von denen, die sie am meisten beeindruckt haben, erzählt dieses Buch. Gisela Steinhauer hörte zu und fragte nach und lernte nicht vorschnell zu urteilen. Sie ist der festen Überzeugung, dass der eine oder die andere darunter ist, der oder die uns vielleicht zu einem eigenen Umdenken und Neuanfang begeistern können. Wir lernen "schräge Vögel" kennen, die ihre Flugrichtung geändert haben. Den Schreiner aus Bochum, der zum Ritter geschlagen wurde, einen U-Boot-Kommandanten, der sich zum Schamanen ausbilden ließ, eine Bembel-Töpferin, die in den Sinai zog und Touristen durch die Wüste führt - um nur einige zu nennen.

 

Gisela Steinhauer: Der schräge Vogel fängt mehr als den Wurm, Westend, 18 €

 

 

 

Benjamin Myers: Offene See

 

England im Jahr 1946. Der sechzehnjährige Robert empfindet eine tiefe Sehnsucht nach dem Meer. Er begibt sich auf eine Wanderung, bevor er seiner Bestimmung, wie schon sein Vater unter Tage zu arbeiten, folgen soll. Einmal möchte er das Meer sehen und erleben.
Als er bereits einige Tage unterwegs ist und die Küste schon sichtbar ist, trifft er auf Dulcie, die dort mit Ihrem Hund in einem heruntergekommenen Cottage lebt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus einem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben.
 Als Dank für Ihre Großzügigkeit bietet Robert seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet Dulcie ihm dieses. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will.
Offene See ist eine wunderbare in ruhigen und poetischen Tönen erzählte Geschichte rund um die Frage, wer man ist und wer man sein will. Ein Roman voller Naturbeschreibungen, tiefgründiger Charakterisierungen und einer Geschichte, die sehr berührt.

 

Benjamin Myers: Offene See, Dumont, 12 €

 

 

Fabio Andina: Tage mit Felice

 

 

Eines der besten Bücher gegen den Corona-Blues: sein Held ist Felice, ein 90 Jahre alter Kauz aus einem Tessiner Berdorf, ein so einfacher, klarer, freier Geist. Mit ihm steigen wir frühmorgens barfuß auf zum täglichen Bad in einer eiskalten Gumpe, sammeln Kräuter für Abenteuertees, tauschen Pilze gegen Käse, pflücken Kakis, schlagen Holz, pflegen unsere Rituale, leben glücklich alleine in dem kleinen Haus und glücklich in der Gemeinschaft der anderen Dörfler, schrullige Typen wie unser Felice. 

Da passiert nicht viel, doch alles bringt uns zurück zu dem, was wirklich wichtig ist im Leben.

 

Fabio Andina: Tage mit Felice, Piper, 12 €

 

 

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest

 

Als die Gleesons und die Stanhopes in dieselbe Nachbarschaft ziehen, scheinen die Weichen für ein freundschaftliches Miteinander gestellt, sind die beiden Familienväter zudem Kollegen bei der New Yorker Polizei. Lena Gleeson fühlt sich in der neuen Gegend ein wenig einsam und versucht mit Anne Stanhope Freundschaft zu schließen. Doch deren kühle, distanzierte Art verhindert jeden Kontakt. Erst ihre Kinder bringen die Gleesons und die Stanhopes wieder miteinander in Verbindung. Lenas jüngste Tochter Kate und Annes einziger Sohn Peter sind von Anfang an unzertrennlich. Aber ihre aufkeimende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als eine Tragödie beide Familien für lange Zeit auseinanderreißt.  

 

Nur eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte? Nein. Dieser Roman ist viel mehr.

Ein Familienroman, ein Pageturner im besten Sinne, der vom Existenziellen handelt - vom Vergeben und Verzeihen, beeindruckend und psychologisch tiefgründig erzählt. Mary Beth Keane nennt unter anderem Elizabeth Strout als Vorbild. Eine ausgezeichnete Wahl, die ihrem Schreiben ganz offensichtlich zu Gute kommt. 

 

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest, Eisele Verlag, 16 €

 

 

Jasmin Schreiber: Marianengraben

 

Paula schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit, als ein Unfall plötzlich alles ändert. Ihr kleiner Bruder Tim, den sie mehr als alles in dieser Welt geliebt hat, kommt bei diesem Unfall ums Leben und auf einmal ist nichts mehr, wie es vorher war. Paula rutscht in eine tiefe Depression, ihre Trauer überschattet plötzlich alles. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Kerl, den sie eines nachts zufällig auf dem Friedhof kennenlernt, weckt in ihr neuen Lebensmut, sie nähern sich an und begeben sich auf eine gemeinsame abenteuerliche Reise in die Berge.
Jasmin Schreiber hat einen Roman geschrieben, der ein sehr trauriges Thema behandelt. Es geht um den Tod und die Gefühle der Hinterbliebenen. Und sie weiß worüber sie schreibt, ehrenamtlich hat sie sich lange Jahre als Sterbebegleiterin engagiert. Dennoch zieht dieses Buch trotz aller Traurigkeit den Leser nicht runter - das macht den Roman so besonders. Immer wieder gibt es Szenen und Momente, die wirklich komisch sind und den Leser zum Lachen bringen. Dass Witz in einem so traurigen Buch funktioniert, zeigt Jasmin Schreiber auf beeindruckende Weise hier in ihrem Debütroman.

 

Jasmin Schreiber: Marianengraben, Eichborn, 12 €
 

 

Marco Bolzano: Ich bleibe hier

 

Wir befinden uns in einem idyllischen Bergdorf im Südtirol der 30er und 40er Jahre. Die Faschisten unter Mussolini haben die Macht übernommen und stellen die Menschen vor die Wahl: entweder nach Deutschland auszuwandern, oder als Bürger 2. Klasse in Italien zu bleiben. Trina, eine junge Lehrerin, entscheidet sich in ihrem Dorf zu bleiben, obwohl sie hier nicht unterrichten darf. So unterrichtet sie heimlich unter großen Gefahren, aber mit viel heimlicher Unterstützung. Und sie bleibt auch nach dem Krieg, als das Dorf einem Stausee weichen soll ...!
Marco Bolzano erzählt in "Ich bleibe hier" mit einfühlsamer Sprache die Geschichte dieser jungen kämpferischen Frau. Gleichzeitig erinnert er uns aber auch an die zu oft vergessene Geschichte Südtirols.

 

Marco Bolzano: Ich bleibe hier, Diogenes, 13,- €

 

 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

 

Mariana Leky kann zaubern. Über die Lektüre ihres Romans „Was man von hier aus sehen kann“ wirken ihre Kräfte vollkommen unabhängig von Geschlecht, Alter oder literarischer Bildung im tiefsten Inneren eines Menschen. Ein breites Lächeln, gerundete Augen, die Körpersprache seliger Versunkenheit sind nur äußere Symptome, drei von vielen.
Haben wir je zuvor ein solches Buch in deutscher Sprache lesen dürfen? Eines, das alle verzückt, auch die schärfsten Kritiker des Feuilletons? Das in einem Dorf in tiefer Provinz die ganze Welt abbildet und hier die großen Themen ausbreitet, das Leben, das Sterben und vor allem die Liebe, die nahe und die ferne, die unerreichbare und die sich erfüllende? Das immer wieder ein Okapi als Todesboten in die Träume von Großmutter Selma entsendet und den magischen Realismus im Westerwald neu beheimatet? Das vom Wunder des Menschseins erzählt, indem es über ein Vierteljahrhundert seine Dörfler begleitet, ein jeder ausgeprägt individuell bis extrem skurril, aber vorbehaltlos liebenswert? Das weiß, dass alles eins ist und „die unbedingte Anwesenheitspflicht im eigenen Leben“ einfordert?
Das, nachdem die letzte Seite gelesen ist, mit seinem Charme, seiner Fantasie, seinem Witz und seiner Originalität unwiderstehlich dazu verführt, sofort nochmals von vorne zu beginnen?

 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann, DuMont Verlag, 12 €

 

 

Sandra Grimm: Der kleine Flohling - Wunder im Littelwald

 

Flohling, Lisbet und ihre Freunde sind zwar kleine Waldwichtel, aber sie haben ein großes Herz - vor allem für Tiere. Deshalb freuen sie sich ganz besonders auf die Sommerschule im Wald. Und tatsächlich erleben sie dort jede Menge aufregende Abenteuer. So machen sie während eines Auflugs im Littelwald eine besondere Entdeckung: Im Bachlauf finden sie ein wahrhaftiges Wunder der Natur. Auch der dritte Band der Flohling-Reihe erzählt auf besondere Art und Weise von der Liebe zur Natur.

 

Für alle "kleinen Flöhe" ab 5 Jahre.

 

Sandra Grimm: Der kleine Flohling - Wunder im Littelwald, DTV 15 €

 

 

Salah Naoura: Matti und Sami und das größte Stück vom Glück

 

Kaum haben sich Matti und sein kleiner Bruder Sami in Finnland eingelebt, da fegt sie das stürmische Leben auch schon wieder zurück nach Deutschland. Mit Sack und Pack schlüpft die Familie bei Lieblingsonkel Kurt unter - Matti ist im siebten Himmel. Sami hingegen ist mit alledem kein bisschen einverstanden. Er vermisst seine Freunde und überhaupt fühlt er sich durch und durch als Finne! Klarer Fall für eine typische Matti-Mission: Ein Stückchen Finnland muss mit in die deutsche Kleinstadt umziehen.

 

Band 3 für alle Matti und Sami-Fans, ab 9 Jahre.

 

Salah Naoura: Matti und Sami und das größte Stück vom Glück, Beltz & Gelberg, 13 €

 

 

Anna Hoghton: Aribella und die Feuermaske

 

Als Aribella ihren besten Freund gegen einen frechen Fischerjungen verteidigen will, schießen Flammen aus ihren Fingern! Sie muss fliehen, ausgerechnet in der Nacht vor ihrem 13. Geburstag. Die Stadtwache ist hinter ihr her, aber auch ein Mann mit einer Maske, die leuchtet wie die Sterne am Himmel. Er nimmt Aribella in seiner Gondel mit nach Venedig und führt sie in die Welt der Cannovacci ein - eine geheime Vereinigung von Magiern, die mit ihren Kräften die Stadt beschützen. Im Halb hier halb dort-Hotel findet sie Unterschlupf, einen zahmen Löwen und neue Freunde. Doch die Sicherheit trügt: Ein Blutmond erweckt dunkle Mächte und Aribella lernt schnell, dass nicht hinter jeder glitzernden Maske ein freundlicher Zauberer steckt.

 

Eine spannend und fantasievoll erzählte Geschichte für Kinder ab zehn Jahren. 

 

Anna Hoghton: Aribella und die Feuermaske, DTV, 15 €

 

 

Chantal Schreiber: Mein Feuerpferd - Ritt im Nordlicht

 

Band 1 der Feuerpferd-Trilogie


Sechs Wochen Island! Für die zehnjährige Eva gibt es kaum etwas Schlimmeres. Einöde, Langeweile und dann auch noch Papas neue Frau, die Eva schon aus Prinzip nicht leiden kann. Allein die Herde Islandpferde des Nachbarn macht diesen Urlaub erträglich. Ganz besonders der braune Eldur, zu dem sie schnell eine enge Beziehung aufbaut. Als sie ihn schließlich reiten darf, geht ein Traum in Erfüllung - die beiden sind das perfekte Team! Doch nicht nur Eva hat erkannt, dass Eldur etwas ganz Besonderes ist, und schon bald muss sie alles daran setzen, ihr Traumpferd nicht zu verlieren.

Für alle Pferdebegeisterten,  ab 10 Jahre. Band 2: Sturmfohlen, erscheint am 16. Mai 2022

 

Chantal Schreiber: Mein Feuerpferd - Ritt im Nordlicht, cbj, 8 €

 

 

 

Chris Vick: Allein auf dem Meer

 

Bill ist der Einzige, der den Untergang der Jacht vor der Küste Marokkos überlebt. Allein in einem kleinen Boot, rettet er Aya, ein Berbermädchen, die in denselben Sturm geraten ist. Viele Wochen treiben die beiden verloren auf dem Meer, der unerbittlichen Sonne ausgeliefert. Nur die Nächte, in denen Aya - wie Scheherazade - Geschichten aus 1001 Nacht erzählt, können ihnen noch Hoffnung geben. Irgendwann stranden sie auf einer kleinen Insel, wo eine ganz andere Gefahr lauert.

 

Ein gnadenlos spannender Roman, der tief eintaucht in die Schönheit und den Schrecken des Meeres.

 

Chris Vick: Allein auf dem Meer, Beltz & Gelberg, 15 €, ab 12 Jahre

 

 

Nicola Yoon: Als wir tanzen lernten

 

Evie glaubt nicht mehr an die Liebe. Erst recht nicht, als etwas Unfassbares geschieht - sie kann plötzlich die Zukunft von Liebespaaren voraussehen: Alle Liebesgeschichten enden tragisch. Evie versucht noch, mit ihrer seltsamen Gabe zurechtzukommen, als sie bei einem Tanzkurs auf X trifft, der alles verkörpert, was Evie ablehnt: Abenteuerlust, Risikobereitschaft, Leidenschaft. X lebt nach dem Motto, zu allem Ja zu sagen - auch zu dem Tanzwettbewerb, den er und Evie gemeinsam antreten. Evie will sich auf keinen Fall in X verlieben. Doch je länger sie mit X tanzt, desto öfter stellt sie infrage, was sie über das Leben und die Liebe zu wissen glaubt. Ist die Liebe das Risiko vielleicht doch wert?
 

»Nicht nur voller toller Knistermomente und rührendem Herzschmerz, sondern auch wirklich vor allem zu Beginn mit sehr viel Humor.« WDR 1LIVE 

 

Nicola Yoon: Als wir tanzen lernten, cbj, 20 €, ab 14 Jahre

 

 

 

Kevin Brooks: Bad Castro


Eine Nacht voller Unruhen. Ein jugendlicher Gang-Leader, den alle »Bad Castro« nennen, auf der Flucht. Und Judy, eine junge Polizistin, die nicht mehr weiß, wo Recht und Unrecht ist.

Als das Polizeiauto überfallen wird, gelingt es Judy und Castro, sich unerkannt aus dem Wagen zu retten. Gemeinsam fliehen sie vor dem entfesselten Mob, der für sie gleichermaßen gefährlich ist. Denn längst ist nicht mehr klar, wo die Grenzen zwischen Freund und Feind sind - und dass sie in Wahrheit mehr verbindet, als ihnen klar ist.

Der neue Brooks - relevant, spannend, brandaktuell

 

Kevin Brooks: Bad Castro, DTV, 13,95 €, ab 14 Jahre

 

 

 

 

Mathieu Ricard „Glück“, das vielleicht wichtigste Buch in unserem LeseZeichen

 

Ricard, Franzose, Sohn eines Philosophen und einer Malerin, Neffe des ersten Einarmumseglers der Welt, aufgewachsen im Dunstkreis von Intellektualität, Künstler- und Abenteurertum, studierter und promovierte Biologe, Mitarbeiter des institut pasteur. Das sind nur die Kerndaten einer vergleichsweise kurzen Phase seiner Biografie. Sein Leben begann nach eigener Aussage erst danach: mit der Entdeckung des tibetischen Buddhismus. Zu dessen Kernaussage bahnt er uns in „Glück“ in klaren, einfachen Worten einen Weg: An welchem Ort der Welt Sie auch immer ihr Glück suchen: Sie suchen vergebens. Das Glück, es liegt ganz nah – in uns – und nur da.

 

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