Astrid Lindgren: Alle gehen jetzt schlafen

 

Wenn der Himmel sich rosa färbt und die Dämmerung sich langsam über die Baumspitzen senkt, ist es Zeit, schlafen zu gehen. Astrid Lindgren nimmt uns mit auf einen Abendspaziergang, wir kommen vorbei an der Kuhweide, begegnen den Pferden und Schweinen und all den anderen Tieren auf den Wiesen und in den Wäldern. Sie alle kommen zur Ruh und schlafen ein.

Dieses Bilderbuch ist wunderbar atmosphärisch illustriert, und die poetischen Zeilen lassen nicht nur die kleinen Zuhörer, sondern auch die großen Vorleser zur Ruhe kommen. Zum Mitsingen findet man am Ende den kompetten Text mit Noten.

 

Astrid Lindgren: Alle gehen schlafen, Oetinger, 15 €, ab 4 Jahren

 

 

Torben Kuhlmann: Einstein

 

Jetzt hat die kleine Maus doch tatsächlich das große Käsefest in Bern verpasst!

Genau einen Tag ist sie zu spät gekommen. Wie konnte das passieren?

Die Maus beginnt sich mit dem Thema Zeit zu beschäftigen. Lässt sich die Zeit anhalten oder sogar zurückdrehen? Mit viel Erfindungsgeist und der Hilfe von

Albert Einsteins Theorien baut sie sich eine Zeitmaschine und begibt sich auf eine spannende Reise.

Der Autor Torben Kuhlmann spielt mit allen Elementen einer fantastischen und doch auch wissenschaftlich angelegten Geschichte. Sein Mix aus wissenschaftlicher Geschichte und absolut an den Haaren herbeigezogener Mäuse-Legende ist faszinierend und brillant zugleich. Nach "Lindbergh", "Armstrong", "Edison" und der "Maulwurfstadt" widmet sich

der Autor jetzt einem Nobelpreisträger - lehrreich und interessant für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

 

Torben Kuhlmann, Einstein, Nord Süd Verlag, 22 €, ab 5 Jahren

 

 

Sabine Lohf: Komm lass uns spielen

 

Sabine Lohf zeigt uns in diesem Buch, wieviel Spaß man nicht nur beim Spielen, sondern auch beim Basteln haben kann. Mit einfachen Materialien, die jeder zuhause findet, lassen sich allerhand tolle Spiele basteln.

"Dieses liebevoll gestaltete Sachbuch punktet mit einer Menge origineller Anregungen, kurzen Anleitungen, vielen tollen Illustrationen und Fantasie pur", so urteilt die Stiftung Lesen über diese Neuerscheinung. Und dem schließen wir uns sehr gerne an.

 

Sabine Lohf: Komm lass uns spielen, Gerstenberg Verlag, 13 €

 

 

Belinda und Lisa Rammensee: Memphis & Emil

 

Erdferkel Memphis und Gürteltier Emil sind die besten Freunde und unternehmen viele schöne Sachen zusammen. Doch eine Sache mag Memphis überhaupt nicht: Wasser und alles, was damit zu tun hat.

Aber ein Zwischenfall an einem heißen Sommertag verändert alles und erzählt uns, wie zwei Freunde zusammenhalten und sogar schwimmen lernen.

Und das mit ganz viel Spaß!

 

Belinda und Lisa Rammensee, Bohem Press, ab 3 Jahren, 14,95 €

 

 

 

Ursula Poznanski: Buchstabendschungel

 

Ursula Pznanski kennt man als Autorin von Thrillern für Jugendliche und Erwachsenen, wie z. B. "Erebos". Sie kann aber auch anders: "Buchstabendschungel" ist eine bezaubernde Buchstaben-Geschichte zum Vor- und ersten Selberlesen, Mitraten und Weiterdichten.

Nach einem Sturm im Dschungel sammelt der kleine Affe viele lustig geformte bunte Dinge ein. "Das sind Buchstaben", weiß der schlaue Papagei zu berichten. "Die hat bestimmt jemand verloren." Und tatsächlich begegnen Affe und Papgei bald sehr seltsamen Tieren, denen etwas zu fehlen scheint: ein Iger, eine Lange, eine Ledermaus, ein Al ....

Ideal für Kinder, die anfangen sich für Buchstaben zu interessieren und vielleicht auch schon ihren Namen schreiben können.

 

Ursula Pznanski, Buchstabendschungel, ab 5 Jahren, Loewe, 9,95 €

auch als Hörbuch bei Audiolino erschienen, 9,90 €

 

 

Dita Zipfel: Monsta

 

Ein Monster zu sein, ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Monsta ist frustriert:

Da hat es sich extra dieses Kind ausgesucht, um unter seinem Bett zu wohnen und ein bisschen Grusel zu machen. Und was passiert? Von Angst keine Spur! Klar, dass da auch das gruseligste Monsta irgendwann mit seinem Latein am Ende ist und sich einen neuen Job suchen muss.

 

Ein Bilderbuch für kleine und große Monsterfans, ab 4 Jahren!

 

Dita Zipfel, Monsta, Tulipan, 15 €

 

 

 

Astrid Lindgren : Ferien auf Saltkrokan - Ein Kaninchen für Pelle

 

Soeben ist die Geschichte von Pelle, der auch ein Haustier haben möchte, wie sein Freund Tjorven, als Bilderbuch erschienen. Das Abenteuer beginnt, als die beiden Kinder mit dem Milchgeld zur Nachbarinsel rudern, um dort für Pelle ein Kaninchen zu kaufen. Unbekümmert und abenteuerlustig - ein Vorlesespaß für kleine und große Leute ..... und für letztere auch ein Stück Kindheitserinnerung an einen Klassiker von der wunderbaren Astrid Lindgren.

 

Astrid Lindgren: Ferien auf Saltkrokan, Oetinger Verlag, 15 €

 

 

 

Onjali Q. Raúf: Der Junge aus der letzen Reihe

 

"In der letzten Reihe unseres Klassenzimmers gab es immer einen leeren Platz. Doch jetzt sitzt dort ein Junge namens Ahmet". Ahmet kommt aus Syrien nach England - ohne Eltern! Ich-Erzählerin Alex und ihre Freunde Michael, Tom und Josie beschließen sich um Ahmet zu kümmern. Sie schmieden einen Plan, um Ahmets Eltern zu finden. Dazu müssen sie unbedingt die Queen sprechen. Aber wie kommt man nur in den Buckingham-Palast?

Die Autorin Onjali Q. Raúf ist Autorin und Journalistin und Gründerin der Menschenrechtsorganisation "Making Herstory", die sich gegen Gewalt gegen Frauen auf der ganzen Welt einsetzt. Außerdem engagiert sie sich als ehrenamtliche Helferin für Flüchtlinge, wobei ihr die Idee zu "der Junge aus der letzen Reihe" kam.

Ein beeindruckendes Buch für Leser*innen ab 8 Jahren

Onjali Q. Raúf: Der Junge aus der letzen Reihe, Atrium Verlag, 15 €

auch als  Hörbuch  erhältlich, Hörcompany, 16,95 €

 

 

Marianne Kaurin: Irgendwo ist immer Süden

 

Vielleicht sind die besten Sommerferien die, von denen du dachtest, es würden die schlimmsten werden.

Alle verreisen in den Sommerferien ins Ausland. Nur Ina bleibt zu Hause - dabei hätte sie so gerne auch spannende Urlaubspläne. Und plötzlich hört sie sich vor der Klasse sagen, sie würde in den Süden fahren. Damit die Lüge nicht auffliegt, bleibt Ina in den Ferien von morgens bis abends in ihrem Zimmer. Bis der Neue aus der Klasse sie am Fenster entdeckt und ihr einen verrückten Vorschlag macht.

 

Eine Feriengeschichte über richtige und falsche Freunde und die erste zarte Liebe. Sie macht Mut, für sich und seine Gefühle einzustehen, und dass die Welt nicht untergeht, wenn man Fehler macht.  Ein tolles Buch für junge Leserinnen und Leser ab 10 Jahren.

 

Marianne Kaurin: Irgendwo ist immer Süden, Woow Books, 15 €

 

 

Stéphanie Lapointe: Fanny Cloutier

 

Die 14-jährige Fanny traut ihren Ohren nicht, als ihr Vater ihr aus heiterem Himmel eröffnet, dass er aufgrund seiner Quallenforschung nach Japan reisen will. Bisher hatten Vater und Tochter ihr Leben als geruhsame Zweier-WG in Montreal verbracht. Nun steht Fannys Leben plötzlich Kopf. Sie soll bei ihrer Tante Loretta wohnen, einer Schwester ihrer früh verstorbenen Mutter. Fanny versteht die Welt nicht mehr, denn von dieser Verwandtschaft hat sie noch nie etwas gehört.

Der Autorin ist eine bezaubernde, witzige und spannende Geschichte über eine sehr eigenwillige, junge Heldin gelungen. Die Schwierigkeiten des Teenie-Alters werden verstrickt mit einem alten Familiengeheimnis, alles farbenfroh präsentiert, im Tagebuch-Stil, mit vielen vor Fantasie nur so sprühenden Zeichnungen und witzigen Ideen.

 

Stéphanie Lapointe: Fanny Cloutier, Loewe Verlag, ab 12 Jahren, 16,95 €

 

 

 

 

Hans-Jürgen Feldhaus: Kurve Kriegen - Roadtrip mit Wolf

 

Trotz Sommerferien ist Vincents Stimmung im Keller. Sein bester Freund Leander hat ihm die Freundin ausgespannt, und dennoch fahren die beiden Jungs zusammen ins Ferienlager. Im Zug lernen sie Betty kennen; spontan werfen sie alle ihre Pläne über den Haufen und reisen mit ihr im Bulli weiter nach Italien. Unterwegs schließen sich ihnen noch andere an und zu fünft erlebt die bunt gemischte Truppe einige Abenteuer.

Spannend und witzig erzählt - ein Buch für junge Leser ab 12, das Lust auf Sommer und verrückte Reisen macht.

 

Hans-Jürgen Feldhaus: Kurve kriegen - Roadtrip mit Wolf, DTV, 14,95 €

 

 

Matthias Morgenroth: I can see u

 

Wir standen am Fenster neben dem Haupteingang und schauten in die Nacht. Wolken zogen über den Mond, die Schatten der Büsche tanzten im bleichen Licht.
Wir dachten alle dasselbe.  "Er ist irgendwo da draußen", flüsterte ich.

Als Ben neu in die Klasse kommt, ist Marie fasziniert: Ben sieht gut aus, ist immer freundlich und liest ihr geradezu die Wünsche von den Lippen ab. Endlich jemand, der sie wahrnimmt! Doch dann geschehen merkwürdige Dinge: Im Klassenchat kursieren Fake-Bilder von ihr, gut gehütete Geheimnisse ihrer Mitschüler verbreiten sich plötzlich wie ein Lauffeuer; und was ist das für ein "Auftrag", den der Neue angeblich hat? Langsam beginnt Marie zu ahnen, dass etwas Größeres dahintersteckt ...


Packend geschrieben und umfassend recherchiert!

Matthias Morgenroth: I can see u, ab 12 Jahren, Coppenrath, 16 €

 

 

Anne Freytag: Das Gegenteil von Hasen

 

Sie sind in derselben Jahrgangsstufe und trotzdem in verschiedenen Welten. Julia, Marlene und Leonard im Zentrum der Aufmerksamkeit, der Rest irgendwo in ihrer Umlaufbahn. Dann geschieht etwas, das alles verändert: Eines Morgens macht plötzlich eine Internetseite die Runde, die bis dato auf privat gestellt war. Darauf zu finden sind Julias ungefilterte Gedanken, Bomben in Wortform, die sich in kürzester Zeit viral verbreiten. Es sind Einträge, die ein ganz anderes Bild des beliebten Mädchens zeigen, das alle zu kennen glauben.

Wer hinter der Aktion steckt, ist zunächst unklar, doch nach und nach kommt heraus: Gründe dafür hätten einige.

Eine temporeich mit trickreicher Spannung erzählte Coming of Age Geschichte!

 

Anne Freytag, Das Gegenteil von Hasen, 14 - 99 Jahre, Heyne, 17 €

 

 

Isabella Hammad: Der Fremde aus Paris

 

"Der Fremde aus Paris" ist das beeindruckende Debüt der in London geborenen

Autorin Isabella Hammad.

In diesem Roman erzählt sie die Geschichte ihres Urgroßvaters in der Zeit von 1914 - 1936.

Midhat Kamal ist der Sohn eines wohlhabenden palästinensischen Tuchhändlers aus Nablus. Um ihn vor der Armee zu bewahren, schickt sein Vater ihn 1914 nach Frankreich. Für ihn ist das der Aufbruch in eine verheißungsvolle Zukunft. In Montpellier angekommen studiert der verträumte Junge Medizin, stürzt sich in das kulturelle Leben und verliebt sich sogleich in die emanzipierte Jeanette.

Doch so sehr sich Mihad auch bemüht, er bleibt ein Fremder in der Fremde und findet dort nicht den Halt, den er braucht. Über Paris flieht er schließlich zurück nach Nablus in die strenge Obhut des Vaters. Doch als einfach stellt sich die Rückkehr in die Heimat nicht heraus.

Isabella Hammad hat hier eine überaus packende Familiensaga geschrieben, eingebettet in die Epoche, in der der Nahe Osten zu dem wurde, was er heute ist. Überaus spannend und absolut lesenswert!

 

Isabella Hammad: Der Fremde aus Paris, Luchterhand Verlag, 24 €

 

 

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt

 

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020 und für den Bayrischen Buchpreis in der Kategorie Belletristik - ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf bedrückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander verknüpft.

Die Autorin erzählt die Geschichte einer rumänischen Großfamilie vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks. Iris Wolff verbindet ganz unterschiedliche Lebenswege, die sich aufgrund vonSchicksalsschlägen und räumlicher Distanz immer wieder zu verlieren drohen.

Hat man sich erst einmal eingelesen, kann man sich der Sogwirkung dieses Buches nicht mehr entziehen.

 

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt, Klett Cotta, 20 €

 

 

 

Joachim B. Schmidt: Kalmann

Lernen Sie Kalmann kennen, den selbsternannten Sheriff von Raufarhöfn, der den besten Gammelhai Islands macht und von dem viele glauben, dass er geistig zurückgeblieben ist.

In Kalmanns Kopf laufen die Räder manchmal einfach rückwärts.

Als er eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse. Mit seiner naiven Weisheit und dem Mut des reinen Herzens wendet er alles zum Guten. Kein Grund zur Sorge. Oder doch?

Im neuen Roman des Schweizer Autors Joachim B. Schmidt agiert ein sympathischer und ungewöhnlicher Hauptakteur vor umwerfenden Kulisse. 

Das Ergebnis: ein hintergründiger, humorvoller Roman, angesiedelt zwischen Thriller, Tragikkomödie und Schelmenroman.

 

Joachim B. Schmidt: Kalmann, Diogenes, 22 €

 

 

Sorj Chalandon: Wilde Freude

"Thelma und Louise mitten in Paris - vier Frauen nehmen ihr Schicksal in die Hand".

So könnte man den neuen Roman des französischen Autors Sorj Chalandon beschreiben.

Als die Pariser Buchhändlerin Jeanne die Diagnose Brustkrebs bekommt, verlässt sie ihr Mann, weil er das Leid seiner Frau nicht erträgt. Den Rat ihrer Ärzte, sich Unterstützung zu suchen, setzt sie auf überraschende Weise um: Ihre engsten Verbündeten im Kampf gegen den Krebs werden Brigitte, Assia und Mélody, allesamt Frauen, die so vollkommen anders als sie selbst sind, die aber alle ein ähnliches Schicksal verbindet. Und so zögert Jeanne nicht lang, als ihre Mithilfe gefragt ist bei einem gewagten Coup: Geplant ist ein Überfall auf den größten Juwelier der Stadt, im Herzen von Paris.

Mit viel Feingefühl und Ernst schreibt der Autor über diese ungewöhnliche Frauen-WG ohne jemals ins Sentimentale abzudriften. Ein Roman des Trotzes, der gekonnt das Schwere mit dem Leichten verbindet.

Sorj Chalandon: Wilde Freude, dtv, 22 €

 

 

 

Colum McCann: Apeirogon

 

Apeirogon ist nicht nur eine zweidimensionale Figur mit einer gegen unendlich gehenden Anzahl von Seiten, sondern auch der neue Roman des irischen Schrifstellers Colum Mc Cann. Er erzählt darin die Geschichte zweier Männer, die sich nach dem gewaltsamen Tod ihrer Töchter, im Nah-Ost-Konflikt für Frieden und Versöhnung einsetzen. Es ist die wahre Geschichte des Palästinensers Baassam Aramin und des Israelis Rahi Elhanan. in 1001 Kapiteln, sehr virtuos erzählt, beschäftigt sich der Roman mit der Frage: Wie können wir weiterleben, wenn das Liebste verloren ist? Und: wie kann der Mensch Frieden finden? Mit sich selbst und mit anderen.

 

Colum McCann: Apeirogon, Rowohlt, 25,- €

 

 

Marco Balzano: Ich bleibe hier

 

Wir befinden uns in einem idyllischen Bergdorf im Südtirol der 30er und 40er Jahre. Die Faschisten unter Mussolini haben die Macht übernommen und stellen die Menschen vor die Wahl: entweder nach Deutschland auszuwandern, oder als Bürger 2. Klasse in Italien zu bleiben. Trina, eine junge Lehrerin, entscheidet sich in ihrem Dorf zu bleiben, obwohl sie hier nicht unterrichten darf. So unterrichtet sie heimlich unter großen Gefahren, aber mit viel heimlicher Unterstützung. Und sie bleibt auch nach dem Krieg, als das Dorf einem Stausee weichen soll ...!

Marco Bolzano erzählt in "Ich bleibe hier" mit einfühlsamer Sprache die Geschichte dieser jungen kämpferischen Frau. Gleichzeitig erinnert er uns aber auch an die zu oft vergessene Geschichte Südtirols.

 

Marco Bolzano: Ich bleibe hier, Diogenes, 22,- €

 

 

Elizabeth Gilbert: City of Girls

Das Leben ist wild und gefährlich. Wer sich ihm kopfüber anvertraut, gerät in einen Wirbel von Leidenschaft und Liebe. So geschieht es Vivian, die aus der Provinz in die große Stadt geschickt wird. Über Nacht findet sie sich im Glamour New Yorks wieder - in den turbulenten Vierzigern mit Musicals, Bars, Jazz und Gangstern. Als ihr im Privaten ein Fehler unterläuft, kommt es zu einem Skandal, der ihre Welt komplett auf den Kopf stellt. Sie wird Jahre brauchen, um ihn zu verstehen. Vivian findet schließlich einen Anker in ihrer Freundin Marjorie. Gemeinsam eröffnen sie das exklusivste Schneideratelier der Stadt. Tagsüber näht Vivian mit Hingabe und Phantasie die schönsten Brautkleider Manhattans, abends feiern sie gemeinsam Partys auf dem Dach. Und sie findet einen Weg, alles wieder gut zu machen, ohne sich untreu zu werden."

City of Girls" ein Roman voller Charme und Witz und zudem eine wunderschöen Geschichte über zwei Freundinnen.

Elizabeth Gilbert, City of Girls, Fischer Verlag, 16,99 €

 

 

Magdalena Muttenthaler: The easy green way

 

Beim Einkaufen Plastik vermeiden? Regionale Produkte nutzen und gesund ernähren?

Wer von uns möchte nicht, einen ganzheitlichen und nachhaltigen Lebensstil verfolgen?

Doch im Alltag scheitern wir häufig, weil die Zeit fehlt und es sich nicht so einfach umsetzen lässt.

So erging es auch Magdalena Muttenthaler bis vor einigen Jahren. Die angehende Juristin traf Entscheidungen im Alltag aus Zweckmäßigkeit und begann dann, ihr Leben schrittweise umzustellen. Im hier erscheinen Buch hat sie die genialsten Tipps aus den Bereichen Haushalt, Lebensmittel, Rezepte, Beauty-Helfer und Einkaufen zusammengestellt.

 

Magdalena Muttenthaler: The easy green way, Gräfe und Unzer, 22 €

 

 

Kathrin Heckmann: Fräulein Draußen

 

Kathrin Heckmann ist "Fräulein Draußen", Deutschlands bekannteste wandernde Bloggerin.

Eines Tages gab sie ihren Job als Marketing-Managerin auf und beschloss, das Wandern und Reisen zu ihrem Beruf zu machen. Unterwegs sein, frei sein, glücklich sein ist das, was ihr wirklich wichtig ist.

Und das findet sie auf einer 1000 km langen Wanderung in Australien genauso, wie auf einem Kurztripp nach Brandenburg. Reisen bedeutet für sie immer, Natur zu erleben - und das fängt schon vor der Haustür an.

 

Kathrin Heckmann: Fräulein Draußen, Ullstein, 14,99 €

 

 

Christophe de Hody: Der Wildkräutersammler

 

Es grünt und sprießt gerade überall und die Natur lockt uns ins Freie!

In diesem Buch von Christophe de Hody werden 35 essbare und medizinisch nutzbare Pflanzen versammelt und mit ihren heilenden Eigenschaften, geschmacklichen Empfehlungen und Rezepten vorgestellt. Die eleganten Illustrationen von Juie Terrazzoni stellen die Schönheit der einzelnen Pflanzen heraus und machen dieses Buch zu einem ästhetischen Herbarium.

Der ideale Begleiter für die nächste Wildkräuterwanderung.

 

Christophe de Hody: Der Wildkräutersammler, Knesebeck, 22 €

 

 

 

Yorn: Gast im Glück

 

Frankreich lassen wir uns nicht verbieten! Wir reisen einfach im Kopf! Unser Transportmittel ist ein Buch, unser Reiseführer Yorn. Er führt uns mitten hinein ins „savoir vivre“, ins Glück.

Mit ihm ist Yorn gesegnet, ob als junger Mann in Paris, den Christian Dior vom Fleck weg als Assistenten engagiert, oder bei einer waghalsigen Wette mit Yves Saint Laurent; ob bei der Gründung seines eigenen Modelabels an den Champs-Élysées oder bei der Umsetzung der Idee, Pariser Chic nach Deutschland zu bringen – das Glück hat ihm stets gelacht. Und je mehr er sein Glück mit anderen teilt, desto größer wird es.

 

Yorn: Gast im Glück, Diogenes, 22 €

 

Willi Achten: Die wir liebten

 

Ohne Coronakrise hätten wir ihn sehr gerne zu einer Lesung empfangen, Willi Achten aus Vaals mit „Die wir liebten“. Um dann in unserem LeseZeichen miterleben zu dürfen, wie manche von Ihnen sich präzise erinnern und andere sich sehr lebendig einfinden in die Zeit des Romans, die 70er Jahre in der westdeutschen Provinz, diese Atmosphäre zwischen Bob Dylan und Heino, Revolte und Resignation. Sicher hätten sich inspirierende Gespräche ergeben.

Mit Coronakrise bleibt der starke Trost der Lektüre eines großartigen Romans, der Geschichte von den Brüdern Edgar und Roman und dem Erwachsenwerden in sehr schwierigen Zeiten.

Und wer weiß: Vielleicht werden wir nach der Coronakrise unsere Einladung nachholen...

 

Willi Achten: Die wir liebten, Piper, 22 €

 

Sasha Filipenko: Rote Kreuze

 

“Wenn Sie wissen wollen, was das moderne, junge Russland denkt, lesen Sie Filipenko!” - empfiehlt die Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch.

Das Buch beginnt damit, dass ein junger Mann in eine neue Wohnung zieht. Er ärgert sich aber über ein rotes Kreuz, das auf seine Tür gemalt wurde und lernt im Hausflur seine Nachbarin kennen - eine 90 jährige Dame, die ihm erklärt, bei ihr sei Alzheimer diagnostiziert worden und sie versuche sich durch die Markierungen zu orientieren. Die alte Dame erzählt ihrem Nachbarn nach und nach ihre Geschichte, die das ganze russische 20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken umspannt. Wir erfahren von ihrer Arbeit bei einer Behörde, wo sie täglich Post vom “Roten Kreuz” aus der Schweiz bekam, diese aber nicht öffnen durfte, von ihrem Mann, der Kriegsgefangener in Rumänien wurde und viele andere schreckliche Ereignisse in dieser Zeit. Sie selbst wird erst nach dem Krieg verhaftet, kommt in ein Lager, ihre Tochter wird ihr entrissen…

Ihre Berichte bringen die beiden Generationen zusammen, und sie schließen eine unerwartete Freundschaft.

Dieses Buch ist eine Lektüre, die man, hat man sie einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen kann!

 

Sasha Filipenko: Rote Kreuze, Diogenes, 22 €

 

 

Benjamin Myers: Offene See

 

England im Jahr 1946. Der sechzehnjährige Robert empfindet eine tiefe Sehnsucht zum Meer. Er begibt sich auf eine Wanderung, bevor er seiner Bestimmung, wie schon sein Vater unter Tage zu arbeiten, folgen soll. Einmal möchte er das Meer sehen und erleben.

Als er bereits einige Tage unterwegs ist und die Küste schon sichtbar ist, trifft er auf Dulcie, die dort mit Ihrem Hund in einem heruntergekommenen Cottage lebt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus einem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. 

 Als Dank für Ihre Großzügigkeit bietet Robert seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet Dulcie ihm dieses. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will.

Offene See ist eine wunderbare in ruhigen und poetischen Tönen erzählte Geschichte rund um die Frage, wer man ist und wer man sein will. Ein Roman voller Naturbeschreibungen, tiefgründiger Charakterisierungen und einer Geschichte, die sehr berührt. 

 

Benjamin Myers: Offene See, Dumont, 20 €

 

 

Anne Tyler: Der Sinn des Ganzen

 

Micah Mortimer ist ein äußerst merkwürdiger Mensch, er liebt seine Gewohnheiten, Selbstgespräche und Ordnung. Er hat auch noch einen Nebenjob als Hausmeister, alles wunderbar strukturiert. Mit seiner Freundin Cass hat er ein unkompliziertes Verhältnis, bis ihr eines Tages die Wohnung gekündigt wird. Sie möchte nun bei ihm einziehen. Und zu allem Überfluss taucht ein Teenager auf, der behauptet sein Sohn zu sein. Nun gerät sein sorgsam geordnetes Leben total durcheinander..

Die Autorin Anne Tyler macht sich über Micah ab und zu lustig, begegnet ihm aber überwiegend “liebevoll.” Ihr geling es meisterhaft, Interesse für die eher “langweilige” “unspektakuläre” Figur zu wecken und schildert bewundernswerte Alltagsbeschreibungen. Ein großes Lesevergnügen!

 

Anne Tyler: Der Sinn des Ganzen, Kein & Aber, 22 €

 

 

Lucy Astner: Gott hat auch mal einen schlechten Tag

 

Die 8-jährige Lupi, mit ihrer Mutter schon oft umgezogen und in der Schule eine Außenseiterin, und Jacob, Ende 30, der bei einem Helikopterabsturz seine Familie verloren und selbst überlebt hat, treffen durch Zufall aufeinander. Lupi möchte Jacob davon überzeugen, dass sein Leben trotz seinem Schicksalsschlag lebenswert ist und er gebraucht wird. Schließlich hofft sie, dass durch ihre hartnäckigen Bemühungen auch ihr eigenes Leben wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen wird.

Ein äußerst lebendiger Roman mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer positven Botschaft.

 

Lucy Astner: Gott hat auch mal einen schlechten Tag, Goldmann, 10,- €

 

 

 

 

Luca Ventura: Mitten im August

 

Auftakt einer neuen Krimireihe, die auf Capri spielt.
Bisher hat es der Inselpolizist Enrico Rizzi nur mit kleinen Delikten zu tun und somit noch genügend Freizeit, um seinem Vater beim Obst und Gemüseanbau zu helfen. Dann aber wird im August ein Boot mit einem leblosen Körper darauf  an den Strand getrieben. Bei dem Toten handelt es sich um einen Studenten der Ozeanologie, Sohn einer reichen Industriellenfamilie aus Turin. Jetzt ist Rizzi gefordert: sein erster Mordfall, der scheinbar auch einen umweltpolitischen Hintergrund hat. Gleichzeitig muss er sich auch noch mit seiner neuen Kollegin arrangieren, die auf die Insel strafversetzt wurde.

Fazit: Sympathische Hauptakteure, Spannung vor umwerfender Kulisse und auch für schwach besaitete Krimileser als Lesefutter bestens geeignet.

 

Luca Ventura: Mitten im August, Diogenes, 16 €

 

 

Anne Cathrine Bomann: Agathe

 

Normalerweise verhilft der Therapeut seinen Patienten zur Selbsterkenntnis und bestenfalls zu neuer Lebensfreude und Selbstvertrauen .... normalerweise.

Der hier vorliegende Debütroman der dänischen Autorin Anne Cathrine Bomann, selbst Psychologin, erzählt die Geschichte eines alternden Psychologen, der Tage und Patienten bis zu seiner Rente zählt, bis ihn die Gespräche mit der plötzlich bei ihm auftauchenden , suizidgefährdeten Agathe aus seiner Lethargie reißen.

Auf nur 155 Seiten eintspannt sich hier ein faszinierendes Debüt.

 

Anne Cathrine Bomann: Agathe, btb, 9 €

 

 

Minna Rytisalo: Lempi, das heißt Liebe

 

In ihrem beeindruckenden Debütroman "Lempi, das heißt Liebe", gelingt es der in Lappland geborenen Autorin Minna Rytisalo auf nur 220 Seiten eine äußerst packende Geschichte zu erzählen. Eine Liebesgeschichte, die in der Endzeit des 2. Weltkrieges in Finnland spielt.

Aus drei Perspektiven, völlig unterschiedlich wird von Lempi, der rätselhaften Hauptfigur erzählt. Ihr zurückgelassener Ehemann  verklärt sie, die eifersüchtige Dienstmagd verteufelt sie und ihre Zwillingsschwester webt weitere rätselhafte Geschichten um ihre nur wenige Minuten ältere Schwester. Nach und nach zeichnet sich ein deutlicheres Bild von Lempi. Die Wahrheit wird verständlich, wenn alle drei Geschichten, wie Schablonen übereinander gelegt werden.

 

Minna Rytisalo: Lempi, das heißt Liebe, DTV, 10,90 €

 

 

Francesca Melandri: Alle, außer mir

 

Endlich als Taschenbuch verfügbar, dieser Roman, der uns allen den Atem verschlagen hat. Der berichtet von der 40jährigen Lehrerin Ilaria, die glaubte, ihren Vater und ihre Familie zu kennen - bis eines Tages ein junger Afrikaner auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung in Rom sitzt und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. In seinem Ausweis steht: Attilio Profeti, das ist der Name ihres Vaters ... Der aber ist zu alt, um noch Auskunft zu geben.

Hier beginnt Ilarias Entdeckungsreise, von hier aus entfaltet Francesca Melandri eine schier unglaubliche Familiengeschichte über drei Generationen und ein schonungsloses Porträt der italienischen Gesellschaft. Und sie holt die bisher verdrängte italienische Kolonialgeschichte des 20. Jahrhunderts in die Literatur: die Verbindungen Italiens nach Äthiopien und Eritrea bis hin zu den gegenwärtigen politischen Konflikten verknüpft Melandri mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten - und stellt die Schlüsselfragen unserer Zeit: Was bedeutet es, zufällig im "richtigen" Land geboren zu sein, und wie entstehen Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit?

 

Francesca Melandri: Alle, außer mir, btb, 12 €

 

 

 

Alex Capus: Königskinder


Als Max und Tina in ihrem Auto eingeschneit auf einem Alpenpass ausharren müssen, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen, zur Zeit der französischen Revolution, ihren Anfang nahm: Jakob ist ein Knecht aus dem Greyerzerland. Als er sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern, verliebt, ist dieser entsetzt. Er schickt den Jungen erst in den Kriegsdienst, später als Hirte an den Hof Ludwigs XVI. Dort ist man so gerührt von Jakobs Unglück, dass man auch Marie nach Versailles holen lässt.

 

Alex Capus erzählt hier eine hinreißende Liebesgeschichte, die schönste seit "Léon und Louise". 

 

Alex Capus: Königskinder, DTV, 10,90 €

 

 

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt

 

Das Buch der Stunde, das uns Hoffnung macht! Ein kleines Dorf. Eine Epidemie und eine globale Krise. Und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.

Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.

John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Zusammenhänge unserer globalisierten Welt? Und wie können wir gut handeln, wenn alles auf dem Spiel steht?

 

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt, Fischer TB, 12 €

 

 

 

Verena Güntner: Power

 

Dieses Dorf, umgeben von Wald und Wiesen, ist von Gott und der Welt verlassen, die Zurückgeblieben sind in der Überzahl alt und gefangen in ihrem Kosmos voller Stumpfsinn, Habgier, Misstrauen, Neid. Doch zum Glück gibt es da auch noch ein paar Kinder und an ihrer Spitze die charismatische Kerze, die für ihr Dorf kämpft und die sich mit ihrer Gefolgschaft eines Tages aufmacht, um Power zu finden. Der Hund der alten Hitschke ist spurlos verschwunden, sie suchen ihn im Wald, entfernen sich immer weiter von ihren Eltern und dringen tiefer und tiefer ein in die Natur. Währenddessen schlägt im Dorf die Sorge um die Kinder in Panik um, die dünne Schicht aus Zivilisation an der Oberfläche des Zusammenlebens bricht auf...

Phantastisch, exzentrisch, verstörend, sprachgewandt – und nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse: viele Qualitäten des Romans, die uns veranlassen, Ihnen Verena Güntners „Power“ ans Herz zu legen. Sie werden allerdings aushalten müssen, dass das Buch mehr Fragen aufwirft, als es Antworten gibt. Was Ihnen im Gegenzug erspart bleibt (Achtung, Spoiler!): die Geschichte endet nicht in einer Katastrophe.

Verena Güntner: Power, Dumont Verlag 22 €

 

 

Peter Zantingh: Nach Mattias

 

"Eine Woche nach Mattias wurde sein Fahrrad  geliefert“. So beginnt der Roman des niederländischen  Autors Peter Zantingh. Er erzählt hier was geschieht, wenn ein Mensch plötzlich und unvorhergesehen aus dem Leben gerissen wird und eine Lücke in seinem Umfeld zurücklässt. Zantingh spannt beim Erzählen einen weiten Bogen.  Zum einen gibt es das direkte Umfeld von Mattias, die unmittelbar Betroffenen, wie Freundin, Eltern und Großeltern, den besten Freund, das zu Wort kommt, aber auch Personen, dessen Leben er nur gestreift zu haben scheint bekommen hier eine Stimme. Sie alle verarbeiten den Verlust auf Ihre eigene Art und Weise und suchen ihren Weg zurück ins normale Leben. Nichts geschieht hier zufällig, alle Charaktere sind wie durch ein fein gesponnenes Netz miteinander verbunden, alles fügt sich im Verlauf dieses Buches, wie bei einem Puzzle, Stück für Stück, manchmal auf völlig unerwartete, aber sehr gekonnt erzählte Art und Weise, zusammen. Nach und nach wird klar; Mattias war ein vielschichtiger Mensch; er managte Newcomerbands, gab Nachhilfe und plante seinen Job zu kündigen, um mit seinem besten Freund ein Café zu eröffnen. Er war ein fröhlicher Mensch der Musik liebte und Menschen von seinen Ideen begeistern konnte. „Nach  Mattias“ ist keine Trauergeschichte im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein unglaublich mutig und lebendig erzähltes Buch. Am Ende, konnte ich nur schwer dem Impuls widerstehen es sofort wieder von vorne zu beginnen; jetzt mit einer klaren Vorstellung des Menschen, der Mattias für seine Familie und Freunde gewesen ist. Was bleibt ist das Gefühl ein wunderbares und sehr berührendes Buch gelesen zu haben sowie eine Playlist von Songs am Ende des Buches. Sie alle spielen im Verlauf der Geschichte eine große Rolle und geben dem Leser die Möglichkeit den Roman nachwirken lassen zu können.

Peter Zantingh: Nach Mattias, Diogenes 22 €

 

 

 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

 

Mariana Leky kann zaubern. Über die Lektüre ihres Romans „Was man von hier aus sehen kann“ wirken ihre Kräfte vollkommen unabhängig von Geschlecht, Alter oder literarischer Bildung im tiefsten Inneren eines Menschen. Ein breites Lächeln, gerundete Augen, die Körpersprache seliger Versunkenheit sind nur äußere Symptome, drei von vielen.

Haben wir je zuvor ein solches Buch in deutscher Sprache lesen dürfen? Eines, das alle verzückt, auch die schärfsten Kritiker des Feuilletons? Das in einem Dorf in tiefer Provinz die ganze Welt abbildet und hier die großen Themen ausbreitet, das Leben, das Sterben und vor allem die Liebe, die nahe und die ferne, die unerreichbare und die sich erfüllende? Das immer wieder ein Okapi als Todesboten in die Träume von Großmutter Selma entsendet und den magischen Realismus im Westerwald neu beheimatet? Das vom Wunder des Menschseins erzählt, indem es über ein Vierteljahrhundert seine Dörfler begleitet, ein jeder ausgeprägt individuell bis extrem skurril, aber vorbehaltlos liebenswert? Das weiß, dass alles eins ist und „die unbedingte Anwesenheitspflicht im eigenen Leben“ einfordert?

Das, nachdem die letzte Seite gelesen ist, mit seinem Charme, seiner Fantasie, seinem Witz und seiner Originalität unwiderstehlich dazu verführt, sofort nochmals von vorne zu beginnen?

Mariana Leky: „Was man von hier aus sehen kann“, DuMont Verlag, 12 €

 

 

 

 

Mathieu Ricard „Glück“, das vielleicht wichtigste Buch in unserem LeseZeichen

 

Ricard, Franzose, Sohn eines Philosophen und einer Malerin, Neffe des ersten Einarmumseglers der Welt, aufgewachsen im Dunstkreis von Intellektualität, Künstler- und Abenteurertum, studierter und promovierte Biologe, Mitarbeiter des institut pasteur. Das sind nur die Kerndaten einer vergleichsweise kurzen Phase seiner Biografie. Sein Leben begann nach eigener Aussage erst danach: mit der Entdeckung des tibetischen Buddhismus. Zu dessen Kernaussage bahnt er uns in „Glück“ in klaren, einfachen Worten einen Weg: An welchem Ort der Welt Sie auch immer ihr Glück suchen: Sie suchen vergebens. Das Glück, es liegt ganz nah – in uns – und nur da.

 

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