Steffen Kopetzky: Monschau

 

Im Jahr 1962, als das nukleare Wettrüsten seinen Höhepunkt erreicht, als in Algier und Paris Bomben explodieren, bricht im Wirtschaftswunder-Deutschland der junge Mediziner Nikolaos Spyridakis in die Eifel auf. Es ist eine heikle Mission: Im Kreis Monschau sind die Pocken ausgebrochen, hochansteckend und lebensgefährlich. Mitten im Karneval droht nun Stillstand, Quarantäne. 

Offensichtlich angeregt durch die aktuelle Pandemie hat der Autor seinen Roman über ein kaum bekanntes Kapitel deutscher Geschichte in packende Literatur verwandelt. Allerhand Zeitgeschichtliches, von Kennedy über den Cool Jazz bis zu den allgegenwärtigen Stuyvesant-Zigaretten, begegnet uns in diesem Roman in dem sogar noch Platz ist für eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen griechischen Mediziner und einer Firmenerbin.

 

Steffen Kopetzky: Monschau, Rowohlt Berlin, 22 €

 

 

Ewald Arenz: Der große Sommer

 

Hier im LeseZeichen sind wir uns alle einig. Dieses Buch ist großartig und hat das Zeug zum Lieblingsbuch. Schon „Alte Sorten“ hat den Weg in unser Herz, und auch auf die Bestsellerlisten gefunden. „Der große Sommer“ ist anders, klug und warmherzig beschreibt er die Momente, die jeder von uns kennt und die uns für immer verändern.

 

Nachprüfungen in Mathe und Latein. Das sind keine Aussichten für entspannte Sommerferien. Für Frieder fällt der Familienurlaub aus. Stattdessen heißt es Lernen beim strengen Großvater. Doch zum Glück gibt es Alma, Johann - und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird.

 

Unbedingt lesen!!!! 

 

Ewald Arenz: Der große Sommer, DuMont Verlag, 20 €

 

 

Helga Schubert: Vom Aufstehen

 

Ein Jahrhundertleben - verwandelt in Literatur
Drei Heldentaten habe sie in ihrem Leben vollbracht, erklärt Helga Schuberts Mutter ihrer Tochter: Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen. Helga Schubert erzählt in kurzen Episoden und klarer, berührender Sprache ein Jahrhundert deutscher Geschichte - ihre Geschichte, sie ist Fiktion und Wahrheit zugleich. Mehr als zehn Jahre steht sie unter Beobachtung der Stasi, bei ihrer ersten freien Wahl ist sie fast fünfzig Jahre alt. Doch erst nach dem Tod der Mutter kann sie sich versöhnen: mit der Mutter, einem Leben voller Widerständen und sich selbst.

 

Helga Schubert, geboren 1940 in Berlin, studierte an der Humboldt-Universität Psychologie. Sie arbeitete als Psychotherapeutin und freie Schriftstellerin in der DDR und bereitete als Pressesprecherin des Zentralen Runden Tisches die ersten freien Wahlen mit vor. Nach zahlreichen Buchveröffentlichungen zog sie sich aus der literarischen Öffentlichkeit zurück, bis sie 2020, im Alter von 80 Jahren, mit der Geschichte 'Vom Aufstehen' den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann.

 

»Anrührend, sehr bewegend. Ein einfaches, gütiges Leben, mild und sanft beschrieben. « so schreibt  Elke Heidenreich über dieses Buch. Dem können wir uns nur anschließen!

 

Helga Schubert: Vom Aufstehen, DTV, 20 €

 

 

Juli Zeh: Über Menschen

Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.

Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

 

Juli Zeh: Über Menschen, Luchterhand, 22 €

 

 

Matthias Jügler: Die Verlassenen

 

In eindringlicher Dichte und mit kraftvoller Klarheit erzählt Matthias Jügler, geboren 1984 in Halle/Saale, von Verlust und Verrat, vom Wert des Erinnerns und den Fragen einer ganzen Generation. "Mach´s gut, Junge", heißt es am Anfang des Romans. Der Vater verschwindet, als der Sohn 13 Jahre alt ist, die Mutter ist schon früh verstorben. Johannes bleibt bei der Großmutter zurück und entwickelt sich zu einem Eigenbrötler. Als er in einer alten Kiste einen Brief entdeckt - adressiert an seinen Vater und abgeschickt nur wenige Tage, bevor dieser den Sohn zurückgelassen hat - , verändert dieser Fund nicht nur seine Zukunft, sondern vor allem seine Vergangenheit als Kind der Vorwende-DDR. Seine Erinnerungen sortieren sich neu und mit ihnen sein Blick auf das eigene Leben.

 

Matthias Jügler: Die Verlassenen, Penguin Verlag, 18 €

 

 

Benedict Wells: Hard Land

 

Wie schmerzhaft es sein kann, erwachsen zu werden, davon hat Benedict Wells zuletzt in seinem Bestseller „Vom Ende der Einsamkeit“ erzählt. In „Hard Land“ widmet er sich erneut diesem Thema: humorvoll, bittersüß und voller Zuneigung für seine Figuren.

 

Missouri 1985. Was tun, wenn der beste Freund nach Kanada gezogen ist und die Eltern einem eröffnen, dass man die großen Ferien bei seiner Tante und zwei verhassten Cousins verbringen soll? Um dem zu entfliehen nimmt der 15 jährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt Grady und entdeckt zudem auch, wer er selbst eigentlich ist. 

 

Eine Hommage an 80’s Coming-of-Age-Filme wie "The Breakfast Club" und "Stand By Me" – eine Geschichte über das Erwachsenwerden und den Zauber eines Sommers, den man nie mehr vergisst.

 

Benedict Wells: Hard Land, Diogenes, 24 €

 

 

Alena Schröder: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid

In Berlin tobt das Leben, nur die 27-jährige Hannah spürt, dass ihres noch nicht angefangen hat. Ihre Großmutter Evelyn hingegen kann nach beinahe hundert Jahren das Ende kaum erwarten. Ein Brief aus Israel verändert alles. Darin wird Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens ausgewiesen. Die alte Frau aber hüllt sich in Schweigen. Warum weiß Hannah nichts von der jüdischen Familie? Und weshalb weigert sich ihre einzige lebende Verwandte, über die Vergangenheit und besonders über ihre Mutter Senta zu sprechen?

Ein Temporeicher Roman, über die Kulturwissenschaftlerin Hannah, die ein Bild sucht, das ihrer mit einem Juden verheirateten Großmutter von den Nazis geraubt wurde, handelt außerdem von den vielen Facetten der Mutterschaft. Genau das richtige, für all diejenigen, die gerne  Familiengeschichten mit hitsorischem Hintergrund lesen  

 

Schöner hätte die Autorin das Schicksal ihrer eigenen Familie nicht verarbeiten können.

 

Alena Schröder: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid, DTV, 22 €

 

 

Karin Kalisa: Bergsalz

 

Dass man so klein wie „füreineallein“ eigentlich gar nicht denken und nicht kochen kann, ist von jeher Überzeugung der 75-jährigen Franziska. Dennoch kommt das Klingeln mittags an ihrer Haustür unerwartet und ungelegen: eine Nachbarin, dann noch eine, und auf einmal fühlt sich das Ungelegene richtig und vor allem steigerungsfähig an. Es entwickelt sich zu einem Mittagstisch für alle, die normalerweise alleine sind in diesem Dorf am Rande der Alpen. Es braucht Frauen aus drei Generationen: Franzi, Esma und Sabina. Nicht jede 'von hier', aber aus ähnlichem Holz. Es braucht Ben, der wenig sagt, aber wenn, dann in mancherlei Sprachen; es braucht Fidel Endres, einen Vorfahr, der etwas Entscheidendes hinterlassen hat - und einen halbleeren Kübel Alpensalz in einer stillgelegten Wirtshausküche, der zeigt: Dem Leben Würze geben, ist keine Frage der Zeit.

Die Autorin Karin Kalisa, uns schon bekannt durch „Sungs Laden“ und „Radio Activity“ schreibt gefühlvoll und voller Herzenswärme über Einsamkeit und Mitmenschlichkeit, über Eigensinn und Gemeinsinn.

 

Karin Kalisa: Bergsalz, Droemer Knaur, 20 €

 

 

Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde

 

Für ihren Debütroman hat sich die Amerikanerin Julia Phillips die Halbinsel Kamtschatka mit ihrer Hauptstadt Petropawlowsk im äußersten Winkel Russlands ausgesucht.  

 

An einem Sommertag im August verschwinden dort zwei Mädchen, die Schwestern Aljona und Sofija, elf und acht Jahre alt. Wie so oft während ihrer Sommerferien durchstreifen sie an diesem Tag gemeinsam die Natur. Die Mutter, alleinerziehend, muss arbeiten. Auf dem Rückweg vom Strand treffen die Mädchen einen Fremden. Er habe sich verletzt, erzählt der Mann. Die beiden Schwestern bringen ihn zu seinem Wagen, er bietet an, sie nach Hause zu fahren.  

Ausgehend vom Verschwinden der beiden Mädchen erstellt Julia Phillips ein Panorama der Gesellschaft auf der Halbinsel im äußersten Osten Russland, vor einer naturgewaltigen Kulisse. An drei Seiten von Meer umgeben, an der vierten unüberwindbar durch hunderte Kilometer Berge und Tundra vom russischen Festland getrennt. Landschaftlich geprägt von üppigen Birkenwäldern, kargen Steppen, Thermalquellen und Vulkanen  Ein Land voller ethnischer und sozialer Spannungen: Außenseitern begegnet man auf Kamtschatka mit Misstrauen, manchmal auch mit Hetze und Gewalt. Russen und Ureinwohner leben hier gemeinsam, gleich behandelt werden sie jedoch nicht.  
 

Ein ganzes Jahr verbringen wir dort, jeden Monat mit einer anderen Figur. Sie alle betrifft und beeinflusst das Verschwinden der Mädchen in irgendeiner Form. Ihre Leben sind mehr oder weniger lose miteinander verwoben, ab und zu kreuzen sich ihre Wege. Wir erleben eine archaische, männerdominierte Welt, geschildert aus der Sicht mehrerer Frauen mit ihren Sehnsüchten, ihren Ängsten, ihrem Versagen.. 

"Das Verschwinden der Erde" ist eine fesselnd geschriebene Geschichte, raffiniert komponiert. Ein lesenswertes Debüt! 

 

Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde, DTV, 22 €

 

 

Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos

 

Alles klar: "Annette, ein Heldinnenepos" von Anne Weber, Trägerin des deutschen Buchpreises 2020, muss ich ein zweites Mal lesen! Damit ich dann einen dieser hellgrünen Marker zur Hand habe und all diese überaus klugen und brillant formulierten Sätze anstreichen kann. Beim ersten Lesen ging das nicht. Viel zu tief war ich eingetaucht in den Fluss dieser Geschichte um Ideal und Realität und Sisyphus. Und um Anne Beaumanoir, genannt Annette. Wir begleiten diese todesmutige kleine Frau durch ihr extremes Leben: im Widerstand gegen die deutsche Besatzung, im Einsatz für die Nationale Befreiungsfront Algeriens, vor Gericht und im Gefängnis, als Ärztin, Mutter, Ehefrau und Geliebte. Wir kommen ihr nah - aber nie zu nah - wir erleben auch ihre Widersprüche, ihre Zerrissenheit. Diese Heldin ist ein Wesen aus Fleisch und Blut: am 30. Oktober hat Anne Beaumanoir Geburtstag gefeiert, sie wurde 97 Jahre alt.

 

Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos, Matthes & Seitz Berlin, 22 €

 

Benjamin Myers: Offene See

 

England im Jahr 1946. Der sechzehnjährige Robert empfindet eine tiefe Sehnsucht nach dem Meer. Er begibt sich auf eine Wanderung, bevor er seiner Bestimmung, wie schon sein Vater unter Tage zu arbeiten, folgen soll. Einmal möchte er das Meer sehen und erleben.
Als er bereits einige Tage unterwegs ist und die Küste schon sichtbar ist, trifft er auf Dulcie, die dort mit Ihrem Hund in einem heruntergekommenen Cottage lebt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus einem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben.
 Als Dank für Ihre Großzügigkeit bietet Robert seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet Dulcie ihm dieses. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will.
Offene See ist eine wunderbare in ruhigen und poetischen Tönen erzählte Geschichte rund um die Frage, wer man ist und wer man sein will. Ein Roman voller Naturbeschreibungen, tiefgründiger Charakterisierungen und einer Geschichte, die sehr berührt.

 

Benjamin Myers: Offene See, Dumont, 20 €

 

 

Fabio Andina: Tage mit Felice

 

 

Eines der besten Bücher gegen den Corona-Blues: sein Held ist Felice, ein 90 Jahre alter Kauz aus einem Tessiner Berdorf, ein so einfacher, klarer, freier Geist. Mit ihm steigen wir frühmorgens barfuß auf zum täglichen Bad in einer eiskalten Gumpe, sammeln Kräuter für Abenteuertees, tauschen Pilze gegen Käse, pflücken Kakis, schlagen Holz, pflegen unsere Rituale, leben glücklich alleine in dem kleinen Haus und glücklich in der Gemeinschaft der anderen Dörfler, schrullige Typen wie unser Felice. 

Da passiert nicht viel, doch alles bringt uns zurück zu dem, was wirklich wichtig ist im Leben.

 

Fabio Andina: Tage mit Felice, Rotpunktverlag Zürich, 24 €

 

 

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest

 

Als die Gleesons und die Stanhopes in dieselbe Nachbarschaft ziehen, scheinen die Weichen für ein freundschaftliches Miteinander gestellt, sind die beiden Familienväter zudem Kollegen bei der New Yorker Polizei. Lena Gleeson fühlt sich in der neuen Gegend ein wenig einsam und versucht mit Anne Stanhope Freundschaft zu schließen. Doch deren kühle, distanzierte Art verhindert jeden Kontakt. Erst ihre Kinder bringen die Gleesons und die Stanhopes wieder miteinander in Verbindung. Lenas jüngste Tochter Kate und Annes einziger Sohn Peter sind von Anfang an unzertrennlich. Aber ihre aufkeimende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als eine Tragödie beide Familien für lange Zeit auseinanderreißt.  

 

Nur eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte? Nein. Dieser Roman ist viel mehr.

Ein Familienroman, ein Pageturner im besten Sinne, der vom Existenziellen handelt - vom Vergeben und Verzeihen, beeindruckend und psychologisch tiefgründig erzählt. Mary Beth Keane nennt unter anderem Elizabeth Strout als Vorbild. Eine ausgezeichnete Wahl, die ihrem Schreiben ganz offensichtlich zu Gute kommt. 

 

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest, Eisele Verlag, 24 €

 

 

Jasmin Schreiber: Marianengraben

 

Paula schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit, als ein Unfall plötzlich alles ändert. Ihr kleiner Bruder Tim, den sie mehr als alles in dieser Welt geliebt hat, kommt bei diesem Unfall ums Leben und auf einmal ist nichts mehr, wie es vorher war. Paula rutscht in eine tiefe Depression, ihre Trauer überschattet plötzlich alles. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Kerl, den sie eines nachts zufällig auf dem Friedhof kennenlernt, weckt in ihr neuen Lebensmut, sie nähern sich an und begeben sich auf eine gemeinsame abenteuerliche Reise in die Berge.
Jasmin Schreiber hat einen Roman geschrieben, der ein sehr trauriges Thema behandelt. Es geht um den Tod und die Gefühle der Hinterbliebenen. Und sie weiß worüber sie schreibt, ehrenamtlich hat sie sich lange Jahre als Sterbebegleiterin engagiert. Dennoch zieht dieses Buch trotz aller Traurigkeit den Leser nicht runter - das macht den Roman so besonders. Immer wieder gibt es Szenen und Momente, die wirklich komisch sind und den Leser zum Lachen bringen. Dass Witz in einem so traurigen Buch funktioniert, zeigt Jasmin Schreiber auf beeindruckende Weise hier in ihrem Debütroman.

 

Jasmin Schreiber: Marianengraben, Eichborn, 20 €
 

 

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt


Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020 und für den Bayrischen Buchpreis in der Kategorie Belletristik - ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf bedrückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander verknüpft.
Die Autorin erzählt die Geschichte einer rumänischen Großfamilie vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks. Iris Wolff verbindet ganz unterschiedliche Lebenswege, die sich aufgrund vonSchicksalsschlägen und räumlicher Distanz immer wieder zu verlieren drohen.
Hat man sich erst einmal eingelesen, kann man sich der Sogwirkung dieses Buches nicht mehr entziehen.

 

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt, Klett Cotta, 20 €

 

 

Marco Bolzano: Ich bleibe hier

 

Wir befinden uns in einem idyllischen Bergdorf im Südtirol der 30er und 40er Jahre. Die Faschisten unter Mussolini haben die Macht übernommen und stellen die Menschen vor die Wahl: entweder nach Deutschland auszuwandern, oder als Bürger 2. Klasse in Italien zu bleiben. Trina, eine junge Lehrerin, entscheidet sich in ihrem Dorf zu bleiben, obwohl sie hier nicht unterrichten darf. So unterrichtet sie heimlich unter großen Gefahren, aber mit viel heimlicher Unterstützung. Und sie bleibt auch nach dem Krieg, als das Dorf einem Stausee weichen soll ...!
Marco Bolzano erzählt in "Ich bleibe hier" mit einfühlsamer Sprache die Geschichte dieser jungen kämpferischen Frau. Gleichzeitig erinnert er uns aber auch an die zu oft vergessene Geschichte Südtirols.

 

Marco Bolzano: Ich bleibe hier, Diogenes, 22,- €

 

 

Matthias Brandt: Blackbird

Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist plötzlich sehr krank. Aber das ist nur eine der herzzerreißenden Explosionen dieses Jahres, die Mottes Leben komplett auf den Kopf stellen. Kurz danach fährt Jacqueline Schmiedebach vom Einstein-Gymnasium auf einem Hollandrad an ihm vorbei, und die nächste Erschütterung nimmt ihren Lauf. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit des Todes und der Möglichkeit der Liebe, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu, geraten außer Kontrolle und stellen Motte vor unbekannte, schmerzhafte Herausforderungen. Doch zum richtigen Zeitpunkt sind die richtigen Leute an Mottes Seite und tun genau das Richtige. Und er selbst schaut den Dingen mutig ins Gesicht, mit scharfem Blick und trockenem Witz. "Blackbird" ist ein wundervoller Roman, jetzt endlich als Taschenbuch erschienen.

 

Matthias Brandt: Blackbird, Kiwi TB, 12 €

 

 

Claire Lombardo: Der größte Spaß, den wir je hatten

 

Wie hält man das Glück der eigenen Eltern aus?
Vierzig glückliche Ehejahre: Für die vier erwachsenen Sorenson-Schwestern sind ihre Eltern ein nahezu unerreichbares Vorbild - und eine ständige Provokation! Wendy, früh verwitwet, tröstet sich mit Alkohol und jungen Männern. Violet mutiert von der Prozessanwältin zur Vollzeitmutter. Liza, eine der jüngsten Professorinnen des Landes, bekommt ein Kind, von dem sie nicht weiß, ob sie es will. Und Grace, das Nesthäkchen, bei dem alle Rat suchen, lebt eine Lüge, die niemand ahnt. Was die vier ungleichen Schwestern vereint, ist die Angst, niemals so glücklich zu werden wie die eigenen Eltern. Dann platzt Jonah in ihre Mitte, vor 15 Jahren von Violet zur Adoption freigegeben. Und Glück ist auf einmal das geringste Problem.

Claire Lombardo breitet ihren über vier Jahrzehnte reichenden Erzählstoff auf eine Weise aus, die den Leser von der ersten Seite an fesselt: mit raffinierten Zeitsprüngen, spannungsreichen Cliffhangern, mit Perspektivwechseln der Figuren und ungemein plastisch gezeichneten Charakteren. 

Ein Einladung - 720 Seiten lang - im Lektüresessel zu versinken!

 

Claire Lombardo: Der größte Spaß, den wir je hatten, DTV TB, 13,90 €

 

 

Christoph Wortberg: Trauma - Kein Entkommen

 

Hier ist Spannung garantiert! Dieser tiefenpsychologische Thriller ist der verheißungsvolle Auftakt einer dreiteiligen Reihe um die Münchener Kommissarin Katja Sand und offenbart uns die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.


Zwei Tote, der eine ertrunken in einem See, der andere erstickt in einem Kühlschrank. Die Parallelen zwischen den Fällen sind frappierend: Hier wie dort stirbt ein schwer traumatisierter Mann unter Umständen, die an jenes Erlebnis erinnern, das die Traumatisierung ausgelöst hat. Handelt es sich wirklich um Suizide, wie es die Obduktion nahelegt und der Psychoanalytiker Dr. Hanning bestätigt?
Genau das bezweifelt die Münchner Mordermittlerin Katja Sand. Doch je tiefer Katja gräbt, desto mehr wird sie von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt.

Band zwei der Reihe erscheint am 20.08.2021.


Christoph Wortberg: Trauma - kein Entkommen, DTV, 16,90 €

 

 

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt

 

Das Buch der Stunde, das uns Hoffnung macht! Ein kleines Dorf. Eine Epidemie und eine globale Krise. Und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.
Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.
John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Zusammenhänge unserer globalisierten Welt? Und wie können wir gut handeln, wenn alles auf dem Spiel steht?

 

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt, Fischer TB, 12 €

 

 

Anne Cathrine Bomann: Agathe

 

Normalerweise verhilft der Therapeut seinen Patienten zur Selbsterkenntnis und bestenfalls zu neuer Lebensfreude und Selbstvertrauen .... normalerweise.
Der hier vorliegende Debütroman der dänischen Autorin Anne Cathrine Bomann, selbst Psychologin, erzählt die Geschichte eines alternden Psychologen, der Tage und Patienten bis zu seiner Rente zählt, bis ihn die Gespräche mit der plötzlich bei ihm auftauchenden , suizidgefährdeten Agathe aus seiner Lethargie reißen.
Auf nur 155 Seiten eintspannt sich hier ein faszinierendes Debüt.

 

Anne Cathrine Bomann: Agathe, btb, 9 €

 

 

Marlen Haushofer: Die Wand

 

Wer für die zuweilen dystopische Stimmung im Außen ein literarisches Pendant sucht, dem sei unbedingt Marlen Haushofers „Die Wand“ empfohlen, diese ganz einfach erzählte Geschichte einer Frau, die eines Morgens nach einem Ausflug in den Bergen aufwacht und eingeschlossen ist, ringsum eine unsichtbare, unüberwindbare Wand, dahinter Totenstarre. Was ihr bleibt: ein eng begrenzter Lebensraum in wilder Natur, ein Hund, eine Katze, eine Kuh, eine Hütte. Hier richtet sich unsere Heldin, eine Städterin, ein - mit beispielgebendem Pragmatismus.
Die Österreicherin Marlen Haushofer (1920-1970) hat ihr doch umfangreiches erzählerisches Werk „nebenbei“ verfasst, neben ihren Aufgaben als Zahnarztgattin, Hausfrau und Mutter. Entdeckt wurde sie erst posthum, in den 1980er Jahren.
Wofür steht – als Metapher - die Wand? Diese Frage hat damals in Frauenkreisen Diskussionsabende gefüllt – ergebnislos.

 

Marlen Haushofer: Die Wand, List 10 €

 

 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

 

Mariana Leky kann zaubern. Über die Lektüre ihres Romans „Was man von hier aus sehen kann“ wirken ihre Kräfte vollkommen unabhängig von Geschlecht, Alter oder literarischer Bildung im tiefsten Inneren eines Menschen. Ein breites Lächeln, gerundete Augen, die Körpersprache seliger Versunkenheit sind nur äußere Symptome, drei von vielen.
Haben wir je zuvor ein solches Buch in deutscher Sprache lesen dürfen? Eines, das alle verzückt, auch die schärfsten Kritiker des Feuilletons? Das in einem Dorf in tiefer Provinz die ganze Welt abbildet und hier die großen Themen ausbreitet, das Leben, das Sterben und vor allem die Liebe, die nahe und die ferne, die unerreichbare und die sich erfüllende? Das immer wieder ein Okapi als Todesboten in die Träume von Großmutter Selma entsendet und den magischen Realismus im Westerwald neu beheimatet? Das vom Wunder des Menschseins erzählt, indem es über ein Vierteljahrhundert seine Dörfler begleitet, ein jeder ausgeprägt individuell bis extrem skurril, aber vorbehaltlos liebenswert? Das weiß, dass alles eins ist und „die unbedingte Anwesenheitspflicht im eigenen Leben“ einfordert?
Das, nachdem die letzte Seite gelesen ist, mit seinem Charme, seiner Fantasie, seinem Witz und seiner Originalität unwiderstehlich dazu verführt, sofort nochmals von vorne zu beginnen?

 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann, DuMont Verlag, 12 €

 

 

Francesca Melandri: Alle, außer mir

 

Endlich als Taschenbuch verfügbar, dieser Roman, der uns allen den Atem verschlagen hat. Der berichtet von der 40jährigen Lehrerin Ilaria, die glaubte, ihren Vater und ihre Familie zu kennen - bis eines Tages ein junger Afrikaner auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung in Rom sitzt und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. In seinem Ausweis steht: Attilio Profeti, das ist der Name ihres Vaters ... Der aber ist zu alt, um noch Auskunft zu geben.
Hier beginnt Ilarias Entdeckungsreise, von hier aus entfaltet Francesca Melandri eine schier unglaubliche Familiengeschichte über drei Generationen und ein schonungsloses Porträt der italienischen Gesellschaft. Und sie holt die bisher verdrängte italienische Kolonialgeschichte des 20. Jahrhunderts in die Literatur: die Verbindungen Italiens nach Äthiopien und Eritrea bis hin zu den gegenwärtigen politischen Konflikten verknüpft Melandri mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten - und stellt die Schlüsselfragen unserer Zeit: Was bedeutet es, zufällig im "richtigen" Land geboren zu sein, und wie entstehen Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit?

 

Francesca Melandri: Alle, außer mir, btb, 12 €

 

 

Juli Zeh: Socke und Sophie - Pferdespreche leicht gemacht

 

Der Traum vom eigenen Pferd - und die Realität ...

Für die 12-jährige Sophie geht ein Traum in Erfüllung, als sie Pony Socke in Pflege nehmen darf. Aber schnell wird deutlich, dass sich die beiden nicht verstehen. Denn Socke wurde misshandelt und hat jedes Vertrauen in die Menschen verloren. Bevor das Pony als Problempferd abgeschrieben wird muss Sophie die Pferdespreche lernen. Dieses Buch bietet die perfekte Kombination aus Pferdewissen und Pferdegeschichte - Pferdeexpertin Jui Zeh erklärt altersgerecht die Pferdesprache, und am Ende wird sogar Sophie zur Pferdeflüsterin.

 

Juli Zeh: Socke und Sophie - Pferdesprache leicht gemacht, DTV, ab 10 J., 14,95 €

 

 

Judith Allert: Fräulein Neugierig

 

Eigentlich gehört "neugierig sein" nicht immer zu den besten Eigenschaften. aber dass Neugierde manchmal auch von Vorteil ist, zeigt uns dieses wunderschön witzig illustrierte und mit vielen Wortspielen ausgestattete Bilderbuch aus dem Magellan Verlag. Fräulein Neugierig ist einfach fürchterlich neugierig und alle sind ziemlich genervt davon. Aber als die kleine Schildkröte verschwindet, wird klar, wie gut es ist, dass die Giraffe ihren langen Hals überall hinsteckt.

 

Judith Allert: Fräulein Neugierig, Magellan Verlag, ab 3 J., 14 €

 

 

Nana Neßhöver: Die kleine Fledermaus Wegda

 

Im Mittelpunkt dieses neu erschienenen Vorlesebuchs steht eine kleine, tollpatschige Fledermaus mit viel zu großen Füßen und Flügeln. Deshalb warnt sie auch immer die anderen Tiere vor: "Weg da, ich komme." Ihr Name ist also Programm. Das Buch enthält sechs in sich abgeschlossene Geschichten, und alle enden mit Wegdas Einschlafritual:

Sie putzt sich ihre Eckzähnchen und gibt einen Gutenachtkuss. Ideal also um einen kleinen Wirbelwind zuhause auf eine geruhsame Nacht vorzubereiten.

 

Nana Neßhöver: Die kleine Fledermaus Wegda, Carlsen, ab 4 J., 13 €

 

 

Charlotte Inden: Bei mir zu Hause wohnt ein Tiger

 

In diesem Buch sind 42 kleine Alltagsgeschichten versammelt, die alle vom 3-jährigen Oskar handeln, der mit seinem Plüschtiger Theo, seiner Schwester Klara und seinen Eltern in einem Jahr eine ganze Menge erlebt. Mit Oskar gibt es jeden Tag viele neue Dinge zu entdecken und zu lernen: Dinge zum Lachen und Staunen, zum Diskutieren und zum Ausprobieren, manchmal auch zum Zweifeln oder Traurigsein. Die Geschichten sind stimmig von kleinen Zeichnungen begleitet. Sie eignen sich besonders für das abendliche Vorleseritual, denn die Kinder können Oskars Alltagsabenteuer zum Anlass nehmen vom eigenen Tag zu erzählen. Und wer Oskar lieb gewonnen hat, freut sich darüber, dass jetzt der zweite Band erscheinen ist mit 38 neunen Geschichten von unserem kleinen Helden.

 

Charlotte Inden, Bei mir zu Hause wohnt ein Tiger, Hanser, 13 €, ab 3 Jahren

 

 

Satomi Ichikawa: Kleines Pferdchen Mahabat

 

Djamilia kommt in den Sommerferien aus der Stadt in die Berge Kirgistans zu ihren Großeltern, die dort Pferde züchten und in einer Jurte wohnen. Eines Abends wir Scharzfell vermisst, ein junges Fohlen. Leicht verletzt kehrt es zurück, und das kleine Mädchen übernimmt mit dem Großvater zusammen die Pflege. Djamilia gewinnt das Vertrauen des jungen Tieres und gibt ihm schließlich einen neuen Namen: Mahabat - das heißt Liebe auf Kirgisisch. Die Autorin Satomi Ichikawa kam in den 70er Jahren aus Japan nach Paris. Sie begann, ohne jemals Unterricht bekommen zu haben, zu zeichnen und Kinderbücher zu illustrieren. Die in diesem Buch beschriebene Familie hat sie auf einer Reise kennengelernt. Ihr ist es ein Anliegen, mit ihren Büchern die Neugier auf andere Lebenswelten zu wecken. Das ist ihr hier mehr als gelungen!

Sabine Wengler vom Buchmarkt schreibt: "Satomi Ichikawa zeigt einen ganz eigenen Kosmos, in dem es kein WLAN braucht, um glücklich zu sein." Diesen Worten können wir uns nur anschließen.

 

Satomi Ichikawa: Kleines Pferdchen Mahabat, Moritz Verlag, ab 4 Jahren, 14 €

 

 

 

Sabine Lohf: Komm lass uns spielen

 

Sabine Lohf zeigt uns in diesem Buch, wieviel Spaß man nicht nur beim Spielen, sondern auch beim Basteln haben kann. Mit einfachen Materialien, die jeder zuhause findet, lassen sich allerhand tolle Spiele basteln.

"Dieses liebevoll gestaltete Sachbuch punktet mit einer Menge origineller Anregungen, kurzen Anleitungen, vielen tollen Illustrationen und Fantasie pur", so urteilt die Stiftung Lesen über diese Neuerscheinung. Und dem schließen wir uns sehr gerne an.

 

Sabine Lohf: Komm lass uns spielen, Gerstenberg Verlag, 13 €

 

 

Torben Kuhlmann: Einstein

 

Jetzt hat die kleine Maus doch tatsächlich das große Käsefest in Bern verpasst!

Genau einen Tag ist sie zu spät gekommen. Wie konnte das passieren?

Die Maus beginnt sich mit dem Thema Zeit zu beschäftigen. Lässt sich die Zeit anhalten oder sogar zurückdrehen? Mit viel Erfindungsgeist und der Hilfe von

Albert Einsteins Theorien baut sie sich eine Zeitmaschine und begibt sich auf eine spannende Reise.

Der Autor Torben Kuhlmann spielt mit allen Elementen einer fantastischen und doch auch wissenschaftlich angelegten Geschichte. Sein Mix aus wissenschaftlicher Geschichte und absolut an den Haaren herbeigezogener Mäuse-Legende ist faszinierend und brillant zugleich. Nach "Lindbergh", "Armstrong", "Edison" und der "Maulwurfstadt" widmet sich

der Autor jetzt einem Nobelpreisträger - lehrreich und interessant für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

 

Torben Kuhlmann, Einstein, Nord Süd Verlag, 22 €, ab 5 Jahren

 

 

Ursula Poznanski: Buchstabendschungel

 

Ursula Pznanski kennt man als Autorin von Thrillern für Jugendliche und Erwachsenen, wie z. B. "Erebos". Sie kann aber auch anders: "Buchstabendschungel" ist eine bezaubernde Buchstaben-Geschichte zum Vor- und ersten Selberlesen, Mitraten und Weiterdichten.

Nach einem Sturm im Dschungel sammelt der kleine Affe viele lustig geformte bunte Dinge ein. "Das sind Buchstaben", weiß der schlaue Papagei zu berichten. "Die hat bestimmt jemand verloren." Und tatsächlich begegnen Affe und Papgei bald sehr seltsamen Tieren, denen etwas zu fehlen scheint: ein Iger, eine Lange, eine Ledermaus, ein Al ....

Ideal für Kinder, die anfangen sich für Buchstaben zu interessieren und vielleicht auch schon ihren Namen schreiben können.

 

Ursula Pznanski, Buchstabendschungel, ab 5 Jahren, Loewe, 9,95 €

auch als Hörbuch bei Audiolino erschienen, 9,90 €

 

 

Stéphanie Lapointe: Fanny Cloutier

 

Die 14-jährige Fanny traut ihren Ohren nicht, als ihr Vater ihr aus heiterem Himmel eröffnet, dass er aufgrund seiner Quallenforschung nach Japan reisen will. Bisher hatten Vater und Tochter ihr Leben als geruhsame Zweier-WG in Montreal verbracht. Nun steht Fannys Leben plötzlich Kopf. Sie soll bei ihrer Tante Loretta wohnen, einer Schwester ihrer früh verstorbenen Mutter. Fanny versteht die Welt nicht mehr, denn von dieser Verwandtschaft hat sie noch nie etwas gehört.

Der Autorin ist eine bezaubernde, witzige und spannende Geschichte über eine sehr eigenwillige, junge Heldin gelungen. Die Schwierigkeiten des Teenie-Alters werden verstrickt mit einem alten Familiengeheimnis, alles farbenfroh präsentiert, im Tagebuch-Stil, mit vielen vor Fantasie nur so sprühenden Zeichnungen und witzigen Ideen.

 

Stéphanie Lapointe: Fanny Cloutier, Loewe Verlag, ab 12 Jahren, 16,95 €

 

 

 

 

Anne Freytag: Das Gegenteil von Hasen

 

Sie sind in derselben Jahrgangsstufe und trotzdem in verschiedenen Welten. Julia, Marlene und Leonard im Zentrum der Aufmerksamkeit, der Rest irgendwo in ihrer Umlaufbahn. Dann geschieht etwas, das alles verändert: Eines Morgens macht plötzlich eine Internetseite die Runde, die bis dato auf privat gestellt war. Darauf zu finden sind Julias ungefilterte Gedanken, Bomben in Wortform, die sich in kürzester Zeit viral verbreiten. Es sind Einträge, die ein ganz anderes Bild des beliebten Mädchens zeigen, das alle zu kennen glauben.

Wer hinter der Aktion steckt, ist zunächst unklar, doch nach und nach kommt heraus: Gründe dafür hätten einige.

Eine temporeich mit trickreicher Spannung erzählte Coming of Age Geschichte!

 

Anne Freytag, Das Gegenteil von Hasen, 14 - 99 Jahre, Heyne, 17 €

 

 

Magdalena Muttenthaler: The easy green way

 

Beim Einkaufen Plastik vermeiden? Regionale Produkte nutzen und gesund ernähren?

Wer von uns möchte nicht, einen ganzheitlichen und nachhaltigen Lebensstil verfolgen?

Doch im Alltag scheitern wir häufig, weil die Zeit fehlt und es sich nicht so einfach umsetzen lässt.

So erging es auch Magdalena Muttenthaler bis vor einigen Jahren. Die angehende Juristin traf Entscheidungen im Alltag aus Zweckmäßigkeit und begann dann, ihr Leben schrittweise umzustellen. Im hier erscheinen Buch hat sie die genialsten Tipps aus den Bereichen Haushalt, Lebensmittel, Rezepte, Beauty-Helfer und Einkaufen zusammengestellt.

 

Magdalena Muttenthaler: The easy green way, Gräfe und Unzer, 22 €

 

 

Kathrin Heckmann: Fräulein Draußen

 

Kathrin Heckmann ist "Fräulein Draußen", Deutschlands bekannteste wandernde Bloggerin.

Eines Tages gab sie ihren Job als Marketing-Managerin auf und beschloss, das Wandern und Reisen zu ihrem Beruf zu machen. Unterwegs sein, frei sein, glücklich sein ist das, was ihr wirklich wichtig ist.

Und das findet sie auf einer 1000 km langen Wanderung in Australien genauso, wie auf einem Kurztripp nach Brandenburg. Reisen bedeutet für sie immer, Natur zu erleben - und das fängt schon vor der Haustür an.

 

Kathrin Heckmann: Fräulein Draußen, Ullstein, 14,99 €

 

 

Christophe de Hody: Der Wildkräutersammler

 

Es grünt und sprießt gerade überall und die Natur lockt uns ins Freie!

In diesem Buch von Christophe de Hody werden 35 essbare und medizinisch nutzbare Pflanzen versammelt und mit ihren heilenden Eigenschaften, geschmacklichen Empfehlungen und Rezepten vorgestellt. Die eleganten Illustrationen von Juie Terrazzoni stellen die Schönheit der einzelnen Pflanzen heraus und machen dieses Buch zu einem ästhetischen Herbarium.

Der ideale Begleiter für die nächste Wildkräuterwanderung.

 

Christophe de Hody: Der Wildkräutersammler, Knesebeck, 22 €

 

 

 

Lucy Astner: Gott hat auch mal einen schlechten Tag

 

Die 8-jährige Lupi, mit ihrer Mutter schon oft umgezogen und in der Schule eine Außenseiterin, und Jacob, Ende 30, der bei einem Helikopterabsturz seine Familie verloren und selbst überlebt hat, treffen durch Zufall aufeinander. Lupi möchte Jacob davon überzeugen, dass sein Leben trotz seinem Schicksalsschlag lebenswert ist und er gebraucht wird. Schließlich hofft sie, dass durch ihre hartnäckigen Bemühungen auch ihr eigenes Leben wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen wird.

Ein äußerst lebendiger Roman mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer positven Botschaft.

 

Lucy Astner: Gott hat auch mal einen schlechten Tag, Goldmann, 10,- €

 

 

 

 

Mathieu Ricard „Glück“, das vielleicht wichtigste Buch in unserem LeseZeichen

 

Ricard, Franzose, Sohn eines Philosophen und einer Malerin, Neffe des ersten Einarmumseglers der Welt, aufgewachsen im Dunstkreis von Intellektualität, Künstler- und Abenteurertum, studierter und promovierte Biologe, Mitarbeiter des institut pasteur. Das sind nur die Kerndaten einer vergleichsweise kurzen Phase seiner Biografie. Sein Leben begann nach eigener Aussage erst danach: mit der Entdeckung des tibetischen Buddhismus. Zu dessen Kernaussage bahnt er uns in „Glück“ in klaren, einfachen Worten einen Weg: An welchem Ort der Welt Sie auch immer ihr Glück suchen: Sie suchen vergebens. Das Glück, es liegt ganz nah – in uns – und nur da.

 

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